17. Mai 2012

Medienschau

G-7-Intervention gegen Yen-Aufwertung

Unternehmensnachrichten

18. März 2011 

Air Berlin mit deutlichem Verlust

Der strenge Winter, Streiks und vulkanaschebedingte Flugausfälle haben das Ergebnis der zweitgrößten Fluggesellschaft Deutschlands im vergangenen Jahr schwer belastet. Air Berlin meldete am Donnerstagabend eine Ausweitung des Nettoverlustes von 9,5 Millionen Euro auf 97,2 Millionen Euro. Zugleich stieg der Umsatz um fast 15 Prozent auf 3,72 Milliarden Euro. Das Wachstum bleibt allerdings hinter den Erwartungen des Unternehmens zurück, da es überwiegend auf die seit Mitte vergangenen Jahres übernommene Niki Luftfahrt GmbH zurückzuführen ist. Rechnet man den bereinigten Umsatz des Unternehmens im Vorjahr hinzu, kam Air Berlin im Jahr 2009 auf Einnahmen von 3,68 Milliarden Euro. Schon auf Ebit-Ebene ist die Air Berlin plc in die roten Zahlen geraten. Vor Zinsen und Steuern machte das Unternehmen 9,3 Millionen Euro Verlust. 2009 waren hier noch 28,5 Millionen Euro Gewinn angefallen. Lediglich vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen und Flugzeugmieten (EbitdaR) stieg der Gewinn - um 23 Prozent auf 618,5 Millionen Euro. Neben Belastungen im operativen Geschäft musste Air Berlin auch Bewertungsverluste bei Finanzderivaten und 42,2 Millionen Euro Aufwand aus dem Rückkauf von Wandelanleihen verkraften. Das Finanzergebnis verschlechterte sich deshalb von -51,0 Millionen auf -133,3 Millionen Euro. Lediglich ein Steuerertrag von 44,4 Millionen Euro verhinderte, dass der Nettoverlust nicht dreistellig ausfiel. Die Nettoverschuldung ging auf 489,2 (Vorjahr: 574,1) Millionen Euro zurück. Angaben zum Ausblick machte Air Berlin keine. Die komplette Bilanz wird am nächsten Donnerstag vorgestellt. Die Finanzmärkte hatte die Fluggesellschaft bereits Ende Januar auf den Ebit-Verlust eingestellt. Seinerzeit war aber offen geblieben, wie hoch er ausfallen würde. (Dow Jones Newswires)

Nike verfehlt Markterwartungen

Der weltweit größte Sportartikelhersteller Nike hat Umsatz und Gewinn im dritten Quartal zwar gesteigert, die Erwartungen der Analysten aber verfehlt. Vor allem höhere Rohstoffpreise machten dem Adidas-Rivalen zu schaffen und sorgten für einen deutlichen Margenrückgang. Wie die Nike Inc am Donnerstag mitteilte, kletterte das Nettoergebnis in den drei Monaten per Februar um 5,2 Prozent auf 523 Millionen Dollar. Je Aktie verblieben 1,08 Dollar nach 1,01 Dollar im Jahr zuvor. Die Einnahmen steigerte der amerikanische Konzern um 7,3 Prozent auf 5,08 Milliarden Dollar. Analysten hatten sowohl beim Gewinn als auch bei den Erlösen mehr erwartet. Ihre Konsensschätzung ging von 1,12 Dollar Gewinn je Anteilsschein und von 5,18 Milliarden Dollar Umsatz aus. Im nachbörslichen amerikanische Handel kam die Aktie des Unternehmens aus Beaverton erheblich unter Druck: Das Papier verlor 5,3 Prozent auf 80,85 Dollar. Nike-CEO Mark Parker begründete das aus Sicht der Beobachter schwache Ergebnis mit dem schwächeren Konsumklima auf dem Heimatmarkt. Die Verbraucher seien weiterhin unter Druck, hohe Arbeitslosigkeit und Inflationsrisiken beeinträchtigten die Kauflaune. Belastet hätten Nike auch höhere Frachtkosten. Die Bruttomarge sank auf 45,8 Prozent nach zuvor 46,9 Prozent. (Dow Jones Newswires)
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GM fehlen wegen Japan-Krise Bauteile

Die Opel-Mutter General Motors bekommt bei ihrer Produktion in den Vereinigten Staaten die Folgen der Japan-Krise zu spüren. Wegen fehlender Bauteile stellt der amerikanische Konzern kommende Woche in einer seiner heimischen Fabriken den Betrieb ein. Betroffen sei das Shreveport-Werk im Bundesstaat Louisiana, wie GM am Donnerstag mitteilte. In der Fabrik bauen gut 900 Mitarbeiter die Pick-Up-Trucks Chevrolet Colorado und GMC Canyon. Der Verkauf der Modellen hatte in den ersten beiden Monaten des Jahres deutlich angezogen. GM erklärte weiter, es könne die Kundennachfrage befriedigen und werde die Produktion schnellstmöglich wieder aufnehmen. (Reuters)

ISS sagt Milliarden-Börsengang ab

Der dänische Dienstleistungsriese ISS hat seinen milliardenschweren Börsengang mit Verweis auf unsichere Marktbedingungen angesichts der Japan-Krise in letzter Minute abgesagt. Damit fällt auch ein Schatten auf die in der kommenden Zeit geplanten IPOs in Deutschland. ISS teilte am Donnerstag mit, die Aktien des Konzerns seien zwar überzeichnet gewesen. Das Unternehmen wolle aber einen „erfolgreichen Börsengang“ gewährleisten. Dazu gehöre auch ein funktionierender Markt im Nachgang zu dem IPO. ISS wäre mit bis zu zwei Milliarden Euro der größte Börsengang dieses Jahres in Europa gewesen. Das Unternehmen gehört den Finanzinvestoren Goldman Sachs und EQT. Die Zeichnungsfrist hatte am 8. März begonnen, die Bücher waren am Donnerstag geschlossen worden. Schon vor wenigen Tagen hatte es bei Experten geheißen, der Kurssturz an den Aktienmärkten nach der Katastrophe in Japan könne die Börsenpläne deutscher Firmen durchkreuzen. Vor Ostern noch wollte eine ganze Handvoll Firmen den Sprung aufs Parkett wagen, ermutigt vom vor der Krise lang anhaltenden Höhenflug an den Märkten. Für ein IPO stehen hierzulande die Hamburger Containerreederei Hapag-Lloyd Tui, der hessische Verbindungstechnik-Spezialist Norma, der baden-württembergische Kabelnetzbetreiber Kabel BW und der chinesische Handtaschenhersteller Powerland in den Startlöchern. (Reuters)

Wolford mit mehr Geschäft

Der Konjunkturaufschwung hat dem österreichischen Wäschekonzern Wolford nach neun Monaten des Geschäftsjahres 2010/11 mehr Umsatz und Gewinn gebracht. Mit dem Verkauf von Strümpfen, Unterwäsche oder auch Badeanzügen verdiente Wolford unter dem Strich mit sieben Millionen Euro fast doppelt soviel wie ein Jahr zuvor. Mit der wieder wachsenden Wirtschaft steige auch die Nachfrage nach Luxuswäsche an, teilte Wolford am Freitag mit. Der Umsatz erhöhte sich in den ersten neun Monaten des Ende April endenden Geschäftsjahres 2010/11 um 6,6 Prozent auf 120 Millionen Euro. Die überproportionale Gewinnsteigerung führt Wolford auf Kosteneinsparungen zurück. Wolford bekräftigte die Prognose für 2010/11: Bei höherem Umsatz sollte eine deutliche Ergebnisverbesserung möglich sein. (Reuters)

Hutchison Port enttäuscht bei Börsendebüt in Singapur

Der weltgrößte Hafeninvestor und -betreiber Hutchison Port Holdings hat bei seinem Börsendebüt in Singapur die Sorgen um die Atomkrise in Japan und Unruhen in Arabien zu spüren bekommen. Die Aktie wurde am Freitag bis zu sechs Prozent unter dem Ausgabepreis von 1,01 Dollar gehandelt und tendierte bei 0,96 Dollar. Händler und Analysten hatten für den größten Börsengang in Südostasien bereits mit einem schwachen Start gerechnet. Der Kursverlauf falle nicht völlig aus dem Rahmen, sagte Stephen Davies von Javelin Wealth Management. Der Börsengang falle nun einmal in eine Zeit mit besonderer Markt-Volatilität. Sobald sich die Märkte beruhigt hätten, würden Neuausgaben wieder in einem anderen Licht gesehen. Hutchison Port Holdings (HPH) ist in Europa, Nord- und Südamerika, Asien, dem Nahen Osten und in Afrika tätig. HPH wickelt 13 Prozent des weltweiten Container-Umschlags ab. Das Debüt von Hutchison ist mit einem Emissionsvolumen von 5,5 Milliarden Dollar bislang der größte Börsengang Asiens in diesem Jahr. Die Unbeständigkeit an den Märkten hat dazu geführt, dass zuletzt viele größere Börsengänge verschoben oder ganz gestrichen wurden. Erst am Donnerstag sagte der dänische Dienstleistungs-Gigant ISS seinen milliardenschweren IPO ab. (Reuters)

Samsung strebt weiteres Rekordergebnis an

Trotz des zunehmend schwierigeren Umfelds will die Samsung Electronics Co auch 2011 einen Rekordgewinn erreichen. Samsung werde im laufenden Jahr eine Bestmarke beim operativen Ergebnis erzielen, sagte CEO Choi Gee-sung am Freitag während der Hauptversammlung des Elektronikkonzerns. Eine genaue Prognose gab der Manager nicht. Im Vorjahr erzielten die Südkoreaner den bisherigen Höchstwert beim Betriebsergebnis mit 17,3 Billionen Won. Das Hauptaugenmerk werde für Samsung auf der Wettbewerbsfähigkeit im Kerngeschäft liegen, sagte CEO Choi. Dazu zählen Flüssigkristallbildschirme, Mobiltelefone, Fernseher und Halbleiter. Zusätzlich wolle der Konzern aus Seoul seine Präsenz in neuen Wachstumssegmenten, wozu etwa die Bereiche Software, Solarzellen oder medizinische Ausrüstungen gehörten, weiter ausbauen. Samsung sieht aber auch Risiken für den Geschäftsausblick. So dürften die höheren Ölpreise und die anhaltenden politischen Unruhen in Nordafrika die Margen belasten. Auch das verheerende Erdbeben in Japan werde voraussichtlich belastend wirken. Außerdem verschärfe sich der Wettbewerb unter den Elektronikkonzernen, gaben die Südkoreaner zu bedenken. (Dow Jones Newswires)

Allianz bestätigt operatives Gewinnziel

Die Allianz SE blickt gegen Ende des ersten Quartals weiter optimistisch auf das Gesamtjahr. Demnach hat der gemessen am Prämienaufkommen größte europäische Versicherer bei Vorlage des Geschäftsberichts am Freitag das Gesamtjahresziel eines operativen Gewinns von 7,5 Milliarden bis 8,5 Milliarden Euro bestätigt. Im Vorjahr waren an dieser Stelle 8 Milliarden Euro angefallen. Die Prognose eines Nettogewinns für 2011 blieb die Allianz allerdings weiter schuldig. Trotz der Haushaltskrise und den damit verbundenen Herausforderungen in Europa zeigte sich CEO Michael Diekmann zuversichtlich für das Jahr. So sei man davon überzeugt, dass die damit einhergehenden Turbulenzen an den Finanzmärkten allmählich abklingen werden. (Dow Jones Newswires)

Hapag-Lloyd sieht 2011 kein profitables Wachstum

Nach dem Rekordjahr 2010 erwartet die Containerreederei Hapag-Lloyd für das laufende Jahr eine vorübergehende Delle im Geschäft. Zwar dürften sich das Wachstum in der Schifffahrt bis 2012 fortsetzen, doch sei damit zu rechnen, dass die Transportkosten nach dem Aufschwung im vergangenen Jahr deutlich anziehen werden, erklärte das Hamburger Unternehmen bei Vorlage der Bilanz am Freitag. Grund sind unter anderem die steigenden Rohölpreise. Die Verteuerung der Frachtraten dürfte sich jedoch abschwächen. 2011 dürften die Kosten stärker steigen als die Umsätze, erklärte Hapag-Lloyd nun. 2012 sollte profitables Wachstum dann wieder „erreichbar“ sein. Der Konzern will bis 2012 wie der Markt wachsen und so seinen Marktanteil halten. Hapag-Lloyd gehört zu 49,8 Prozent dem Touristikkonzern Tui und hat im vergangenen Jahr mit einem Ergebnis vor Zinsen und Steuern von 538 Millionen Euro das beste Ergebnis in der Firmengeschichte hingelegt. Der Überschuss belief sich auf 428 Millionen Euro, nachdem im Jahr der Wirtschaftskrise ein Verlust in annähernd gleicher Höhe zu schultern war. Die Tui AG will sich von ihrem Hapag-Lloyd-Anteil trennen. 11,33 Prozent der Aktien übernimmt bis Mai das Hamburger Konsortium Albert Ballin, das bereits die Mehrheit hält. Weitere Aktien will der Touristikkonzern bei einem Börsengang platzieren. Zeitpunkt und Volumen stehen bislang noch nicht fest. Angesichts der Japan-Krise könnte es zu einer Verzögerung kommen. Wie die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ aus informierten Kreisen erfahren haben will, haben die Hapag-Lloyd-Aktionäre die Entscheidung von dieser auf die nächste Woche vertagt. (Dow Jones Newswires)








Wirtschaftsnachrichten

G-7 beschließt gemeinsame Intervention gegen Yen-Aufwertung

Die Finanzminister der sieben führenden Industrieländer (G-7) haben sich vorgenommen, gemeinsam gegen die Aufwertung des Yen vorzugehen. Zum ersten Mal seit dem Jahr 2000 hat die Staatengruppe beschlossen, koordiniert am Devisenmarkt einzugreifen. „Es ist von großer Bedeutung, dass die G-7-Führungen sich in einer für Japan schwierigen Lage geeinigt haben, gemeinsam zu handeln, um die Märkte zu stabilisieren“, sagte Japans Finanzminister Yoshihiko Noda am Freitag im Anschluss an eine G-7-Telefonkonferenz. Die japanische Währung war in den vergangenen Tagen unter erheblichen Aufwärtsdruck geraten, was der Wirtschaft in der Folge der Natur- und Nuklearkatastrophe eine zusätzliche Belastung aufbürdete. Beobachtern zufolge ist die Aufwertung in erster Linie auf spekulative Marktbewegungen zurückzuführen und nicht auf die befürchteten Rückflüsse von Geldern aus dem Ausland. Der Yen war am Donnerstag vorübergehend auf ein Rekordhoch von 76,25 Yen zum amerikanische Dollar gestiegen. Händlern zufolge griff Japan bereits am Freitag am Devisenmarkt ein, um die eigene Währung gegen amerikanische Dollar zu verkaufen. Dabei seien zunächst wohl etwas weniger als 1 Billionen Yen verkauft worden, sagten die Händler. Diese Summe dürfte im Tagesverlauf aber noch steigen, meinten sie. In der Folge der Intervention hat der Yen gegenüber dem Dollar deutlich abgewertet. (Dow Jones Newswires)

Deutschland: Starker Preisauftrieb auf Erzeugerebene

In Deutschland hat sich der Preisauftrieb auf Erzeugerebene überraschend stark beschleunigt. Im Februar stieg die Jahresrate von 5,7 Prozent im Vormonat auf 6,4 Prozent, wie das Statistische Bundesamt am Freitag in Wiesbaden mitteilte. Damit liegt die Teuerung im Produktionsbereich so hoch wie seit Oktober 2008 nicht mehr. Volkswirte hatten mit einem Preisauftrieb von 6,3 Prozent gerechnet. Auf Monatssicht stiegen die Erzeugerpreise im Februar laut Bundesamt um 0,7 Prozent. Hier hatten die Volkswirte zuvor einen Anstieg um 0,6 Prozent erwartet. Im Februar seien abermals die Energieprodukte die größten Preistreiber gewesen, hieß es in der Mitteilung. Sie seien „für gut die Hälfte der gesamten Jahresveränderungsrate verantwortlich“. So legten die Energiepreise auf Jahressicht den Angaben zufolge um 11,0 Prozent zu. Zum Vormonat lag das Plus bei 0,9 Prozent. Ohne die Energiekomponente hätten die Erzeugerpreise im Jahresvergleich im Februar um 4,5 Prozent zugelegt, auf Monatssicht um 0,6 Prozent. Die Erzeugerpreise beeinflussen die allgemeine Teuerung nicht direkt. Sie schlagen aber mit einiger Verzögerung teilweise auf die Verbraucherpreise durch. (dpa-AFX)

UN: Weg für Militäraktion gegen Libyen frei

Die Vereinten Nationen haben den Weg für ein militärisches Vorgehen gegen Libyen frei gemacht. Das Votum für eine Flugverbotszone wurde von den Rebellen ausgelassen gefeiert. Das libysche Regime schlug überraschend versöhnliche Töne an. Der stellvertretende Außenminister Chalid Kaim brachte sogar die Möglichkeit einer Waffenruhe ins Gespräch. Nach der am Donnerstagabend (Ortszeit) in New York vom Sicherheitsrat verabschiedeten Resolution gibt es nicht nur ein Flugverbot über dem nordafrikanischen Land, um die Zivilisten vor der Luftwaffe des Machthabers Muammar al-Gaddafi zu schützen. Erlaubt ist militärisch fast alles - bis auf Bodentruppen. Deutschland enthielt sich in der Abstimmung und will das auch bei Luftschlägen tun. Kaim bot vor Journalisten in Tripolis Gespräche über eine Waffenruhe an. „Wir sind bereit zu einer solchen Entscheidung, aber wir brauchen einen Gesprächspartner, um darüber zu diskutieren, wie das umzusetzen ist.“ Tripolis wolle positiv mit der Entscheidung des UN-Sicherheitsrats umgehen. Die Regierung werde Zivilisten schützen. Die internationale Gemeinschaft solle eine Kommission entsenden, die sich mit der Lage im Land auseinandersetzen soll, forderte Kaim. amerikanische Präsident Barack Obama telefonierte mit dem britischen Regierungschef David Cameron und dem französischen Präsidenten Nicolas Sarkozy. Alle drei hätten darin übereingestimmt, dass Libyen „unverzüglich allen Bestimmungen in der Entschließung nachkommen und dass die Gewalt gegen die Zivilbevölkerung von Libyen enden muss“, teilte das Weiße Haus in der Nacht zum Freitag mit. Wie es weiter hieß, vereinbarten Obama, Cameron und Sarkozy eine enge Koordination „der nächsten Schritte“ und eine weitere Zusammenarbeit mit arabischen und anderen internationalen Partnern, „um die Durchsetzung der Resolutionen des UN-Sicherheitsrats zu Libyen sicherzustellen“. Bundesaußenminister Guido Westerwelle erklärte: „Wir sehen die in der Resolution ebenfalls vorgesehene Option einer militärischen Intervention in Libyen weiterhin äußerst skeptisch. Wir sehen hier erhebliche Gefahren und Risiken. Deswegen können wir diesem Teil der Resolution nicht zustimmen.“ Deutsche Soldaten würden sich an einem militärischen Einsatz in Libyen nicht beteiligen. „Unsere Position gegenüber dem Gaddafi-Regime bleibt unverändert: Der Diktator muss die Gewalt gegen sein eigenes Volk sofort beenden. Er muss gehen und für seine Verbrechen zur Rechenschaft gezogen werden“, sagte Westerwelle nach Angaben des Ministeriums.
Nach der am Donnerstagabend (Ortszeit) in New York vom Sicherheitsrat verabschiedeten Resolution gibt es nicht nur ein Flugverbot über dem nordafrikanischen Land, um die Zivilisten vor der Luftwaffe des Machthabers Muammar al-Gaddafi zu schützen. Erlaubt ist militärisch fast alles - bis auf einen Einsatz von Bodentruppen. Bei der Abstimmung enthielten sich die Vetomächte Russland, China sowie Indien, Brasilien und auch Deutschland. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon begrüßte das Votum als eine „historische Entscheidung“. Wegen der kritischen Lage vor Ort erwarte „unmittelbares Handeln“, hieß es in einer von der Weltorganisation in der Nacht verbreiteten Erklärung. Für die Europäische Union sei sie „eine klare Grundlage für die Mitglieder der internationalen Gemeinschaft, der Zivilbevölkerung Schutz zu gewähren“, heißt es in einer gemeinsamen Erklärung des EU-Ratspräsidenten Herman Van Rompuy und der EU-Außenbeauftragten Catherine Ashton vom Freitagmorgen in Brüssel. Nun sei die Kooperation mit der Arabischen Liga und der Afrikanischen Union wichtig. Die EU werde sich auch mit anderen internationalen Partnern darüber verständigen, „wie wir am besten so rasch wie möglich zur Umsetzung der Beschlüsse des UN-Sicherheitsrates beitragen können“. Die Entscheidung wurde in der Rebellenhochburg Bengasi begeistert gefeiert. Menschen verfolgten in der Nacht zum Freitag im Zentrum von Bengasi das mit Spannung erwartete Votum des Weltsicherheitsrates auf einer Großbildleinwand mit. Als das Ergebnis verkündet wurde - das höchste Weltgremium billigte „alle notwendigen Maßnahmen“, um die Zivilbevölkerung in Libyen zu schützen -, brachen sie in Freudenstürme aus. Sie riefen „Libyen! Libyen!“ und schwenkten die rot-schwarz-grünen Fahnen der Vor-Gaddafi-Ära. Viele schossen in die Luft, auch Feuerwerksraketen stiegen hoch. Auch in Tobruk kam es zu Freudenkundgebungen. (dpa-AFX)

Großer Verfallstag an den Terminbörsen

Heute ist wieder Hexensabbat: An diesem Tag laufen Terminkontrakte auf Aktien und Indizes laufen an den Terminbörsen aus. Vom „Großen Verfall“ sprechen Börsianer dann, wenn der letzte Handelstag aller vier Derivate-Typen, also der Optionen und Futures auf Indizes und einzelne Aktien, auf den gleichen Tag fällt. Insgesamt gibt es jährlich vier große Verfallstermine, und zwar jeweils am dritten Freitag der Monate März, Juni, September und Dezember. Zu diesen Terminen können Aktienkurse und auch Indizes ohne wesentliche Unternehmens- oder Konjunkturnachrichten kräftig hin- und herschwanken. Wegen der mitunter wilden Zuckungen an den Märkten wurde der Begriff „Hexensabbat“ geprägt. Stärkere Kursausschläge an solchen Tagen gibt es vor allem bei Aktien-Schwergewichten in den entsprechenden Indizes. (dpa-AFX)

Quellen: FAZ.NET, dpa-AFX, Reuters, dpa, AP, AFP, Bloomberg, Dow Jones.

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