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Blick auf den Finanzmarkt
Die Schuldenkrise belastet die Aktienmärkte
16. November 2011 Die anhaltende Schuldenkrise in Europa drückt die Kurse deutscher Aktien auch am Mittwoch leicht ins Minus. Auch ein enttäuschender Ausblick von Infineon belastet. Der Dax gibt 0,3 Prozent auf 5915 Punkte nach, der marktbreite FAZ-Index verliert 0,1 Prozent auf 1331 Punkte.
„Ungeachtet der positiven Wachstumszahlen in Deutschland und Frankreich sowie der politischen Neubeginne in Italien und Griechenland ist die Mehrheit der Marktteilnehmer stark verunsichert und die Risikoabneigung entsprechend hoch“, schreibt Analyst Christian Schmidt von der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba) in einem Morgenkommentar. Der Euro stehe in diesem Umfeld unter Druck und auch die Aktienmärkte zeigten sich geschwächt.
Infineon Technologies beendete die Berichtssaison unter den Dax-Werten: Der Halbleiterspezialist steht wegen der trüberen Konjunkturaussichten vor einem ungewissen Jahr und rechnet mit einem Umsatzrückgang im mittleren einstelligen Prozentbereich und einer Marge für das Segmentergebnis im niedrigen bis mittleren Zehnerprozentbereich. Commerzbank-Analyst Thomas Becker sprach von einem „ziemlich schwachen Ergebnisausblick für 2012“. Diese Aussichten drücken den Kurs um 5 Prozent auf 6,127 Euro, obwohl die Münchner trotz eines unerwartet schwächeren vierten Quartals im vergangenen Geschäftsjahr Rekordwerte verbucht hatten.
Der Kurs von Fresenius Medical Care (FMC) fällt nur um 0,25 Prozent. Der Mutterkonzern Fresenius hatte zuvor mitgeteilt, seinen Stimmrechtsanteil an seiner Dialysetochter durch den Zukauf von Aktien dauerhaft über 30 Prozent halten. Damit solle einer möglichen Verwässerung durch die Ausübung von Aktienoptionen vorgebeugt werden. Ein Händler wertete die Nachricht in einer ersten Reaktion positiv. Fresenius-Papiere büßen 1,1 Prozent ein.
Rentenmärkte tendieren knapp behauptet
Der deutsche Rentenmarkt tendiert am Mittwoch knapp behauptet. Der richtungweisende Terminkontrakt auf die zehnjährige Bundesanleihe, der Bund-Future, verliert 13 Basispunkte auf 138,58 Prozent, der kürzer laufende Bobl-Future 7 Basispunkte auf 123,84 Prozent.
Die europäische Politik hat zur Wochenmitte abermals einiges zu bieten. In Athen stellt der neue Ministerpräsident Loukas Papademos die Vertrauensfrage. Allerdings dürfte der ehemalige Vizepräsident der Europäischen Zentralbank über eine komfortable Mehrheit von mehr als 250 der insgesamt 300 Abgeordneten verfügen. Darüber hinaus könnte in Rom bereits der designierte Regierungschef Mario Monti sein Kabinett vorstellen. Damit wäre es dem ehemaligen EU-Kommissar gelungen, schneller als gedacht eine Mannschaft auf die Beine zu stellen. Der Einfluss auf den Anleihemarkt wird als gering eingestuft, sollte es zu keinen Überraschungen kommen.
Euro notiert knapp über 1,35 Dollar seitwärts
Die weiter schwelende Staatsschuldenkrise im gemeinsamen Währungsgebiet setzt dem Euro zu. Am Dienstagnachmittag wechselt er für 1,3525 Dollar den Besitzer und bewegt sich damit auf erniedrigtem Niveau seitwärts. Angesichts der anhaltenden Refinanzierungsprobleme der Staaten aus der Peripherie erscheint es vielen Beobachtern nur noch als Frage der Zeit, bis die Europäische Zentralbank (EZB) das Mandat für unbegrenzte Käufe von Staatsanleihen bekommt.
„Mit den Austeritätsprogrammen sind die Länder in der Peripherie an die Grenzen gekommen und letztlich kann nur noch die Europäische Zentralbank als ’lender of last resort’ die Refinanzierung sicher stellen“, sagt etwa Tobias Mehring, Kreditanalyst bei der Landesbank Baden-Württemberg. Nachdem am Montag bereits Italien seine Schuldtitel nur zu auf die Dauer untragbaren Zinsen unter die Anleger bringen konnte, ereilte Spanien am Dienstag dasselbe Schicksal.
Auch konjunkturell trübt sich die Lage weiter ein. Die ZEW-Konjunkturerwartungen haben sich im November etwas schwächer als erwartet entwickelt. „Bestätigt die ifo-Unternehmensbefragung dies, zeichnet sich ein sehr schwaches viertes Quartal in Deutschland ab,“ meint ein Volkswirt.
Dagegen mehren sich die Zeichen einer konjunkturellen Stabilisierung in den Vereinigten Staaten. Die amerikanischen Einzelhandelsumsätze und der Empire-State-Index haben die Erwartungen übertroffen. Gefahren von der Preisseite scheint es dabei nicht zu geben. Die Erzeugerpreise unterstrichen den Eindruck, dass der Inflationshöhepunkt in den Vereinigten Staaten vorerst erreicht sein dürfte, merkt der Volkswirt an.
Euro-Schuldenkrise belastet Börsen in Fernost
Die Furcht vor einem Überschwappen der Schuldenkrise auf weitere europäische Länder hat am Mittwoch abermals die asiatischen Börsen ins Minus gedrückt. Auch die Ungewissheit über die politische Entwicklung in Italien und Griechenland belasteten die Märkte. In Italien wird der designierte Ministerpräsident Mario Monti voraussichtlich noch im Tagesverlauf die neue Regierung des hoch verschuldeten Landes vorstellen. Die Zeit drängt, denn die Zinsen für zehnjährige italienische Staatsanleihen erreichten zuletzt wieder die kritische Marke von sieben Prozent. Gleichzeitig schossen die Kosten für Kreditausfallversicherungen auf ein Rekordhoch.
Auch in anderen europäischen Ländern gab es Anzeichen, dass das Vertrauen der Märkte weiter abnimmt. In Frankreich, Belgien und Österreich erreichten die Aufschläge auf die Renditen für Anleihen mit zehnjähriger Laufzeit im Vergleich zu deutschen Staatspapieren am Dienstag ihr höchstes Niveau seit Einführung der Gemeinschaftswährung. Die Befürchtungen nahmen zu, dass selbst die Kernländer der Euro-Zone von der Schuldenkrise ergriffen werden.
In Tokio schloss der 225 Werte umfassende Nikkei-Index mit einem Minus von 0,9 Prozent bei 8463 Punkten. Der breiter gefasste Topix-Index gab ebenfalls 0,9 Prozent nach auf 724 Zähler. Die Börsen in Schanghai und Hongkong verloren mehr als zwei Prozent. Vor allem Finanztitel zogen hier die Märte nach unten. Auch die Aktienmärkte in Australien, Singapur, Taiwan und Südkorea verbuchten Verluste.
„Es kommt eine schlechte Nachricht nach der anderen aus Europa, und die Märkte bleiben sprunghaft“, sagte Analyst Toshiyuki Kanayama von Monex. „Die andauernde Unruhe wegen der Situation in Europa und die anhaltende Yen-Stärke verhindern Gewinne“, sagte auch Analyst Yutaka Miura von Mizuho Securities die Marktentwicklung.
Gegen den Markttrend in Tokio legten die Papiere von Elpida Memory um 8,8 Prozent zu. Der japanische Speicherchiphersteller will seine Produktion drosseln, um bessere Preise zu erzielen. Der Aktienkurs des skandalgeschüttelten Kameraherstellers Olympus schnellte sogar um über 15 Prozent nach oben. Investoren deckten sich mit den Titeln wieder ein, weil sie davon ausgingen, dass das Unternehmen doch nicht von der Börse genommen wird.
Aktienbörse in China im Verlauf sehr schwach
Die Angst vor einer Ausweitung der Schuldenkrise in der Eurozone belastet am Mittwoch die chinesischen Aktien. Händler verweisen überdies auf Medienberichte, in denen das chinesische Handelsministerium mit der Aussage zitiert wird, die chinesischen Exporte litten unter den weltweit ungewissen Konjunkturaussichten. Der Shanghai-Composite-Index fällt um 1,7 Prozent auf 2.486 Punkte. In Hongkong verliert der Hang-Seng-Index 1,9 Prozent auf 18.973 Punkte.
Die steigenden Renditen italienischer und spanischer Staatsanleihen beunruhigten die Anleger, sagt ein Teilnehmer. Aktien des Ölsektors geraten unter Druck, nachdem der Ölpreis nachgegeben hat. China Oilfield Services büßen 3,9 Prozent ein und Sinopec 2,5 Prozent. Stromversorger leiden unter Gewinnmitnahmen. Huaneng Power ermäßigen sich um 4,7 Prozent und Shanghai Electric Power um 4 Prozent. In Hongkong verbilligen sich die Aktien des Versicherers China Life um rund 5 Prozent. Die Daten zu den Prämieneinnahmen im Oktober seien enttäuschend ausgefallen, heißt es.
Nachbörsliche Kurse und Meldungen aus Amerika
Gut behauptet präsentierten sich die Aktienkurse im nachbörslichen amerikanischen Handel am Montag im Vergleich zum regulären Geschäft. Der Nasdaq After Hours Indicator stieg um 1,33 Punkte auf 2367,57 Zähler.
Der Aktienkurs von Dell gab um 0,5 Prozent auf 15,55 Dollar nach, nachdem das Unternehmen Geschäftszahlen zum dritten Quartal vorgelegt und dabei einen enttäuschenden Ausblick gegeben hatte. Der Umsatz verfehlte die Erwartungen, während das Ergebnis je Aktie besser ausfiel. Wie Dell mitteilte, stagnierte der Umsatz mit 15,4 Milliarden Dollar auf dem Niveau des vergleichbaren Vorjahreszeitraums. Analysten hatten mit 15,7 Milliarden Dollar gerechnet. Das bereinigte Ergebnis je Aktie lag mit 0,54 Dollar aber über dem Durchschnitt der Analystenschätzungen von 0,47 Dollar.
Auf Jahressicht wird der Umsatz nach Angaben von Dell voraussichtlich nur am unteren Ende der zuvor prognostizierten Spanne liegen. Ursächlich seien die Überschwemmungen in Thailand und ihre Folgen für den Festplattenmarkt ebenso wie die ungewissen Konjunkturaussichten.
Technologie-Werte ziehen Wall Street ins Plus
Starke Technologiewerte und gute Konjunkturdaten haben an der Wall Street die Sorgen über die Schuldenkrise in Europa etwas verdrängt. Nach einem schwachen Start sorgten die Titel von Unternehmen wie Apple, Microsoft und Oracle für einen positiven Abschluss. Auch die Ankündigung des designierten italienischen Ministerpräsidenten Mario Monti, er werde am Mittwoch dem Präsidenten des Landes die Bildung einer neuen Regierung bestätigen, beruhigte die Händler.
Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss 0,1 Prozent im Plus bei 12.096 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500 legte knapp 0,5 Prozent zu mit 1257 Zählern. Der Index der
Technologiebörse Nasdaq notierte 1,1 Prozent höher bei 2686 Stellen.
Technologiebörse Nasdaq notierte 1,1 Prozent höher bei 2686 Stellen.
Die ersten Stunden des Handels waren noch von der anhaltenden Sorge über die Entwicklung in Europa geprägt. Dort sei alles von Unsicherheit geprägt, sagte Bryant Evans von Cozad Asset Management. „Und die Märkte können Unsicherheit nie leiden.“ Insbesondere Italien stand im Fokus.
Trotz hoher Arbeitslosigkeit und geringer Lohnzuwächse liefen die Geschäfte der amerikanischen Einzelhändler unerwartet gut. Sie nahmen im Oktober 0,5 Prozent mehr ein als im Vormonat, während Analysten lediglich mit einem Plus von 0,3 Prozent gerechnet
hatten. Zudem kommt die amerikanische Industrie wieder etwas besser in Schwung. Der Konjunkturindex für das Verarbeitende Gewerbe im Schlüsselstaat New York stieg im November stärker als erwartet auf plus 0,61 von minus 8,48 Punkten. Das Barometer verließ damit erstmals seit Monaten den negativen Bereich.
hatten. Zudem kommt die amerikanische Industrie wieder etwas besser in Schwung. Der Konjunkturindex für das Verarbeitende Gewerbe im Schlüsselstaat New York stieg im November stärker als erwartet auf plus 0,61 von minus 8,48 Punkten. Das Barometer verließ damit erstmals seit Monaten den negativen Bereich.
Bei den Einzelwerten ging es abermals den Finanzwerten an den Kragen, die besonders unter den Unsicherheiten in der Euro-Zone leiden. Aktien der Citigroup fielen 1,3 Prozent. Ebenfalls abwärts ging es mit einem Minus von 2,4 Prozent für den Einzelhändler Wal-Mart. Der Konzern erfehlte beim Gewinn je Aktie die Erwartungen, lag beim Umsatz aber darüber.
Gewinne verbuchten insbesondere Technologie-Werte. Apple-Aktien stiegen um 2,5 Prozent und Microsoft-Titel um 0,7 Prozent, nachdem bekannt wurde, dass zwei Aktienfonds ihre Bestände an den beiden Unternehmen erhöht hatten. Papiere von Oracle stiegen um zwei Prozent.
Amerikanische Staatsanleihen uneinheitlich
Die Bond-Märkte in den Vereinigten Staaten haben sich am Dienstag uneinheitlich gezeigt. Die zehnjährigen Staatsanleihen fielen um 02/32 auf 99,140/32. Sie rentierten mit 2,063 Prozent. Die 30-jährigen Bonds kletterten dagegen 01/32 auf 100,14/32 und hatten eine Rendite von 3,102 Prozent.Text: FAZ.NET, dpa-AFX, Reuters, dpa, AP, AFP, Bloomberg, Dow Jones
Bildmaterial: FAZ.NET-Jan Bazing
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17.05.2012 09:25 Uhr
| Tops & Flops | Kurs | in % |
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| Dt. Bank | 28,77 € | −1,02% |
| ThyssenKrupp | 15,42 € | −1,03% |
| HeidelbergCement | 35,73 € | −1,81% |
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17.05.2012 09:44 Uhr
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| DAX | 6.370,86 | −0,21% |
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| TecDAX | 758,82 | −0,10% |
| MDAX | 10.316,20 | −0,15% |
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| Eurostoxx 50 | 2.162,56 | −0,59% |
| F.A.Z. EURO | 70,11 | −0,50% |
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| Gold | 1.548,50 $ | −0,51% |
| Bund Future | 143,32 € | −0,03% |
Markt
Ad hoc
Unternehmen
Highlights
17.05.2012 Uhr
| Name | Kurs | in % |
| Gold | 1.548,50 $ | −0,51% |
| Silber | 27,25 $ | −3,64% |
| Platin | 1.426,00 $ | −1,38% |
| Palladium | 593,00 $ | −0,84% |
| Rohöl Brent Crude | 109,70 $ | +0,28% |
| Gas | 0,55 £ | −0,55% |
| Kaffee | 1,77 $ | 0,00% |
| Zucker | 0,21 $ | +2,26% |
| Orangensaft | 1,13 $ | −0,44% |
| AMEX GOLD BUGS | 601,37 | --% |
| AMEX OIL | 1.151,96 | --% |
| Rogers International | 24,14 | +0,50% |
Deutschland
Europa
17.05.2012 09:32 Uhr
| Name | Kurs | in % |
| FAZ-INDEX | 1.393,28 | −0,58% |
| F.A.Z. BANKEN EUR | 529,70 | −0,71% |
| F.A.Z. VERSICHERU... | 14.201,70 | −0,31% |
| F.A.Z. IT + ELEKT... | 3.300,42 | −0,30% |
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