17. Mai 2012

Marktbericht

Deutsche Aktienmärkte schließen seitwärts

06. Februar 2012 Angesichts der noch immer ausstehenden Griechenland-Lösung ist der deutsche Aktienmarkt am Montag zögerlich in die Woche gestartet. Der Dax schloss nach einem wechselhaften Verlauf mit einem knappen Abschlag von 0,03 Prozent bei 6765 Punkten. Zuvor war er schwach in den Handel gestartet, hatte es zwischenzeitlich aber auch ins Plus geschafft und bei 6781 Punkten den höchsten Stand seit sechs Monaten markiert. Die übrigen Indizes schlossen ein Stück weit deutlicher im Minus: Der M-Dax sank um 0,37 Prozent auf 10.375 Punkte und der Tec-Dax verlor 0,28 Prozent auf rund 770 Punkte. Der marktbreite FAZ-Index fiel um 0,09 Prozent auf 1509 Punkte.
Die Experten der Landesbank Baden-Württemberg sprachen mit Blick auf Griechenland von einer „Verschnaufpause“ nach der „euphorischen Würdigung der amerikanischen Konjunkturzahlen“ am Freitag. Sorgenvoll stimmte die Anleger, dass sowohl die erhoffte Einigung auf einen Schuldenschnitt als auch auf den geforderten Sanierungskurs am Wochenende in Athen weiterhin ausgeblieben war. Dass der Dax seine frühen Verluste zum Ende hin aufholen konnte, wurde am Markt vor allem mit der üppig vorhandenen Liquidität begründet, die weiterhin den Markt stütze. „Generell bleiben viele Anleger nun aber an der Seitenlinie stehen, bis ein konkreter Ausweg gefunden wird“, sagte ein Börsianer.
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Sorgen um Griechenland belasten Wall Street

Die jüngste Entwicklung in der griechischen Schuldenkrise hat auch an der Wall Street für einen schwächeren Start in die neue Handelswoche gesorgt. Der Dow Jones Industrial gab am Montag zuletzt um 0,33 Prozent auf 12.820 Punkte nach. Am vergangenen Freitag noch war der amerikanische Leitindex dank positiver Arbeitsmarktdaten aus den Vereinigten Staaten auf dem höchsten Stand seit Mitte Mai 2008 aus dem Handel gegangen. Der breit gefasste S&P 500 verlor 0,2 Prozent auf 1342 Punkte. An der Technologiebörse Nasdaq fiel der Composite-Index um 0,26 Prozent auf 2898 Punkte.
Am Sonntagabend war eine Verhandlungsrunde zu einem neuen Sparpaket für das hoch verschuldete Griechenland ohne konkretes Ergebnis zu Ende gegangen. Sollten die Verhandlungen scheitern, droht dem Land die Staatspleite. Die kommenden 24 Stunden seien recht kritisch, schrieb Deutsche-Bank-Analyst Jim Reid in einem aktuellen Kommentar. Die Verhandlungen um einen Schuldenschnitt mit privaten Investoren träten nun wegen der ausstehenden politischen Einigung für das zweite Hilfspaket in den Hintergrund. „Wenn es heißt, die Probleme Griechenlands werden gelöst und dann wird die Entscheidung aber immer wieder vertagt, werden die Märkte sehr ungeduldig“, kommentierte ein Stratege in New York. Die jüngsten Aussagen des Internationalen Währungsfonds (IWF) zur chinesischen Wirtschaft trugen zur Beunruhigung des Marktes bei. Der IWF hatte gewarnt, Chinas Wirtschaftswachstum könne sich halbieren, sollte sich die europäische Schuldenkrise verschlimmern.
Auf Unternehmensseite sorgte unter anderem der Airbus-Rivale Boeing für Gesprächsstoff. Der Konzern hatte mitgeteilt, bei der Produktion des hochmodernen Langstreckenfliegers sei etwas schief gelaufen. Das Problem sei aber erkannt und die Reparatur mache Fortschritte. Mit einem Kursabschlag von mehr als 1 Prozent waren die Aktien einer der größten Verlierer im Dow Jones Industrial. Einer der größten Gewinner waren die Papiere von Walt Disney, die sich um 1,15 Prozent verteuerten. Mit die größten Gewinner im S&P waren die Aktien von Sprint Nextel, die um 3,4 Prozent auf 2,4 Dollar anzogen.

Bankaktien verlieren, RWE gewinnt

Schwach zeigten sich angesichts der weiter fehlenden Griechenland-Lösung die Bankenwerte. Aktienhändler Andreas Lipkow von MWB Fairtrade verwies darauf, dass Investoren gerade bei Banken weiter sehr nervös zu Werke gingen. „Auf der einen Seite haben sie einen Großteil der diesjährigen Performance verpasst, da viele Fondsmanager den Finanzsektor untergewichtet hatten.“ Auf der anderen Seite schwebten aber weiterhin die Risiken über der Branche. Die Titel der Deutschen Bank büßten 1,15 Prozent auf 33,65 Euro ein und die der Commerzbank verloren 1,25 Prozent auf 1,89 Euro.
Besser erging es den RWE-Titeln, die mit einem Aufschlag von 2,6 Prozent auf 32,4 Euro den zehnten Gewinntag in Folge hinlegten. Der Energieversorger hatte einen verschärften Sparkurs angekündigt und zudem hatten sich mehrere Analysten positiv zu den Aktien geäußert. Nach der geplatzten Fusion mit der New Yorker Börse NYSE Euronext waren derweil aber die Titel der Deutschen Börse mit plus 2,64 Prozent der größte Tagesgewinner. Sie knüpften damit an ihren seit vier Wochen anhaltenden, steilen Aufwärtstrend an.

Aktien von Gea legen zu

Im M-Dax stiegen die Gea-Titel nach gut aufgenommenen Jahreszahlen um 1,3 Prozent auf 25,8 Euro. Analysten verwiesen zudem auf den üblicherweise konservativen Ausblick des Maschinenbau-Konzerns, der den Markterwartungen Spielraum nach oben lasse.
Die Aktien von Douglas stiegen um 4,5 Prozent auf 33,8 Euro und setzten sich damit an die Indexspitze. Begründet wurde dies mit einer Stimmrechte-Mitteilung, wonach sich Aktionär Erwin Müller über Derivate den Zugriff auf eine Sperrminorität von über 25 Prozent sichern könnte.


Text: FAZ.NET mit dpa/AFX, Reuters
Bildmaterial: F.A.Z.

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17.05.2012 09:24 Uhr
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MDAX 10.328,00 −0,03%
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EUR/USD 1,2730 +0,10%
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F.A.Z. IT + ELEKT... 3.297,62 −0,38%
F.A.Z. BAU + IMMO... 2.407,83 −0,61%
F.A.Z. CHEMIE + P... 1.905,96 +0,01%
F.A.Z. VERS. + TE... 835,02 −0,32%
F.A.Z. AUTO + ZUL... 2.691,47 −0,91%
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