24. Mai 2013

Blick auf den Finanzmarkt

Deutsche Aktien wenig verändert

20. November 2012 Der Dax startete schwächer und notiert aktuell knapp oberhalb des Vortagesschlussstandes bei 7127 Punkten. Für den marktbreiten FAZ-Index geht es 0,1 Prozent nach oben auf 1535 Zähler. Die Vorgaben aus Übersee geben derweil keine starken Impulse.
Metro gewinnen nach einem „Handelsblatt“-Interview mit Unternehmenschef Olaf Koch 2,6 Prozent. Koch deutet eine weiter üppige Dividende an. „Unser Ergebnis ist zwar durch erhebliche Sondereffekte belastet, den Cash-Flow aber werden wir nach jetzigem Stand deutlich verbessern. Dies ist ein wichtiger Entscheidungsfaktor für eine Ausschüttung“, wird Koch zitiert. „Auf Basis des Cash-Flows haben sich die Voraussetzungen im Vergleich zu den Vorjahren verbessert.“
Hochtief legen leicht um 0,5 Prozent zu. Der Baukonzern will nach Informationen der „Wirtschaftswoche“ aus informierten Kreisen in der Sparte Hochtief Solutions 700 Stellen streichen. Laut den Angaben eines Unternehmenssprechers gibt es allerdings keine Beschlüsse zu einem Personalabbau.
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Leichte Kursgewinne am Rentenmarkt

Der deutsche Rentenmarkt tendiert am Dienstag etwas fester. Der richtungweisende Terminkontrakt auf die zehnjährige Bundesanleihe, der Bund-Future, gewinnt 18 Basispunkte auf 143,18 Prozent, der kürzer laufende Bobl-Future 9 Basispunkte auf 126,63 Prozent.
Der Verlust der Bestnote bei der Kreditbewertung Frankreichs durch die Ratingagentur Moody’s sei am Markt gemeinhin erwartet worden, sagen Händler angesichts der moderaten Marktreaktion. „Die Nicht-Reaktion ist durchaus rational, denn in der Eurozone spielen Ratings nur noch eine begrenzte Rolle.“, sagt auch Lutz Karpowitz von der Commerzbank.
Im weiteren Handelsverlauf dürfte das Treffen der Euro-Finanzminister in Brüssel das Interesse der Investoren am deutschen Rentenmarkt auf sich ziehen. Dabei geht es um die Frage, wie eine Finanzierungslücke bei der Hilfe für das notleidende Griechenland in Höhe von etwa 33 Milliarden Euro geschlossen werden kann.

Herunterstufung Frankreichs belastet Euro

Die Herunterstufung der Bonitätsnote Frankreichs durch Moody’s belastet am Dienstag den Eurokurs. Der Kurs der Gemeinschaftswährung fällt auf 1,2795 Dollar, nachdem er am Vortag zeitweise bei 1,2819 Dollar notierte.
Händler erwarteten, dass die Auswirkungen auf den Euro begrenzt sein würden. „Eigentlich kam der Schritt von Moody’s für niemanden überraschend“, sagt Rob Ryan, Stratege bei der RBS in Singapur. Die Abwertung war nach einem ähnlichen Schritt von Standard & Poor’s zu Jahresanfang allgemein erwartet worden.
Neben der Moody’s Schelte sorgte aber auch das im Tagesverlauf erwartete Treffen der Euro-Finanzminister in Brüssel für Verunsicherung. Die Politiker sollen klären, wie die Finanzlücken in Griechenland bis 2014 geschlossen werden können. Ob es wirklich Entscheidungen gibt, ist nach Angaben des Bundesfinanzministeriums allerdings noch unklar. Laut Helaba-Analyst Ulrich Wortberg bleibt nur zu hoffen, dass es zu einer einvernehmlichen Lösung kommt, „um die Nervosität an den Märkten nicht unnötig zu erhöhen“.

Herunterstufung Frankreichs belastet asiatische Aktienbörsen nicht

Der Verlust des Top-Ratings Frankreichs spielt an den ostasiatischen Finanzmärkten nur eine untergeordnete Rolle. Stattdessen schließen sich die meisten Börsen den guten Vorgaben der Wall Street an, wo die Indizes nach ermutigenden Daten aus dem Immobiliensektor deutlich höher geschlossen haben.
Im Mittelpunkt des Geschehens stehe weiter Europa, wo die Euro-Finanzminister über weitere Hilfe für Griechenland entschieden, heißt es im Handel. Daneben gelte das Hauptaugenmerk der Fiskalklippe in den Vereinigten Staaten und hier habe es zuletzt tendenziell positive Signale gegeben, dass diese umschifft werden könne.
In Japan gibt der Nikkei-Index nach seiner dreitägigen Rally leicht nach. Er verliert 0,1 Prozent auf 9.143 Punkte. In Schanghai sorgt weiter die Zurückhaltung vieler Akteure vor den am Donnerstag anstehenden ersten Einkaufsmanager-Indizes zum Verarbeitenden Gewerbe für Zurückhaltung. Hier gibt das Marktbarometer um 0,4 Prozent nach. „Das Makro-Bild insgesamt ist ziemlich ok, würde ich sagen. Ich schätze aber, dass in den kommenden Monaten weniger das makroökonomische Bild die Kurse bewegen wird als vielmehr die Lage der Unternehmen“, sagt David Gaud vom Portfolio-Manager Edmond de Rothschild Asset Management in Hongkong. „Hier brauchen wir weitere Verbesserungen, um die jüngste Entwicklung an den Märkten zu stabilisieren“, so Gaud weiter.
Unter den Einzelwerten steht in Tokio die Nintendo-Aktie im Fokus. Sie verliert fast 4 Prozent, obwohl der Video-Spiele-Hersteller einen guten Start seiner neuen Spielkonsole Wii U mitgeteilt hatte. Teilnehmer erklären die negative Kursreaktion damit, dass dies zuvor schon eingepreist worden sei.
In Singapur ist die Aktie des Rohstoffhändlers Olam vom Handel ausgesetzt worden nach Vorwürfen bezüglich der Bilanzierungspraktiken. In Hongkong gibt die Aktie des Versicherer Ping An um knapp 1 Prozent nach, belastet von den Plänen des Großaktionärs HSBC, seinen 15,6 Prozent-Anteil zu verkaufen.

Nachbörsliche Kurse und Meldungen aus Amerika

Etwas leichter präsentierten sich die Aktienkurse im nachbörslichen amerikanischen Handel am Montag im Vergleich zum regulären Geschäft. Der Nasdaq After Hours Indicator fiel um 1,46 Punkte auf 2594,37 Zähler.
Der Aktienkurs der Bäckerei-Kette Krispy Kreme Doughnuts stieg um 12,2 Prozent zu auf 8,46 Dollar. Das Unternehmen hatte sowohl über den Erwartungen liegende Quartalszahlen gemeldet, als auch seinen Ausblick angehoben. Abwärts ging es dagegen mit den Kursen von Agilent Technologies und des Bekleidungsherstellers Urban Outfitters um jeweils rund 1,5 Prozent. Der Messinstrumentehersteller Agilent hatte mit seinem Ausblick die Markterwartung verfehlt, mit den vorgelegten Quartalszahlen die Konsensschätzungen aber übertroffen. Urban Outfitters hatte beim Gewinn und Umsatz im Berichtsquartal die Markterwartungen knapp verfehlt. Auch für Brocade Communications Systems ging es noch der Vorlage des Quartalsberichts nach unten. Hier betrug das Minus 0,9 Prozent.

Versöhnliche Töne in Haushaltsstreit helfen Wall Street

Die Hoffnung auf einen Durchbruch im Haushaltsstreit hat der Wall Street am Montag zu deutlichen Kursgewinnen verholfen. Investoren setzten darauf, dass sich Demokraten und Republikaner auf eine Anhebung der Schuldengrenze einigen und automatische Steuererhöhungen und Ausgabenkürzungen im kommenden Jahr vermeiden. Viele Experten rechnen andernfalls mit dem Rückfall in eine Rezession. Für Optimismus sorgten auch Zahlen vom Immobilienmarkt.
Der Dow-Jones-Index der Standardwerte stieg um 1,65 Prozent auf 12.795 Punkte. Der breiter gefasste S&P 500 kletterte um zwei Prozent auf 1386 Zähler. Der Nasdaq-Index ging mit einem Plus von 2,2 Prozent auf 2916 Punkten aus dem Handel.
Anlass für Optimismus in den Vereinigten Staaten sahen die Anleger vor allem darin, dass sich am Freitag im Haushaltsstreit die beiden Konfliktparteien etwas angenähert hatten. Die Republikaner signalisierten nach einem Treffen mit Präsident Barack Obama und dessen Demokraten ihre Bereitschaft zu Gesprächen über höhere Steuern.
Unter den Einzelwerten waren besonders die Aktien der Baumarktkette Lowe’s gefragt, die um 6,2 Prozent anzogen. Lowe’s profitierte im abgelaufenen Quartal von einer höheren Nachfrage vor dem Wirbelsturm „Sandy“. Auch ein Milliardenzukauf des weltgrößten Netzwerkausrüsters Cisco Systems kam bei Anlegern gut an. Cisco kauft für 1,2 Milliarden Dollar die auf Cloud Computing spezialisierte Meraki. Cisco-Aktien gewannen 1,7 Prozent.
General-Motors -Aktien zogen um 4,5 Prozent an. Zum Bau der Billigmarke Baojun eröffnete der Autokonzern zusammen mit seinen chinesischen Partnern am Sonntag ein neues Werk in dem asiatischen Land. Intel -Papiere entwickelten sich mit einem Plus von 0,3 Prozent deutlich schwächer als der Gesamtmarkt. Der weltgrößte Chiphersteller hatte überraschend mitgeteilt, dass Firmenchef Paul Otellini im Mai in den Ruhestand geht. Nach einem Nachfolger wird noch gesucht.

Amerikanische Staatsanleihen günstiger

Die Preise für amerikanische Staatsanleihen sind am Montag wegen der Hoffnung auf einen Durchbruch im Haushaltsstreit zwischen Republikanern und Demokraten gesunken. Anleger griffen lieber zu Aktien und verkauften die Schuldtitel, die bei vielen als sicherer Hafen gelten. Die zehnjährigen Staatsanleihen fielen um 9/32 auf 100-4/32. Sie rentierten mit 1,61 Prozent. Bei den 30-jährigen Bonds betrug das Minus 20/32 auf 99-25/32. Sie hatten eine Rendite von 2,76 Prozent.


Text: FAZ.NET, dpa-AFX, Reuters, dpa, AP, AFP, Bloomberg, Dow Jones

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