21. Mai 2013

Marktbericht

Deutsche Aktien schließen schwächer

14. November 2012 Die Sorgen über die Verschlechterung der Finanzsituation in Europa machten es schwierig, optimistisch zu bleiben, sagte Händlerin Anita Paluch vom Broker Gekko Markets mit Blick auf die Streiks in mehreren Euro-Problemländern gegen Ausgabenkürzungen und steigende Steuern.
Für Unsicherheit sorgte weiterhin der zwischen dem Internationalen Währungsfonds (IWF) und der Eurogruppe geführte Streit über den weiteren Sanierungskurs Griechenlands, auch wenn Italien sich am Mittwoch erfolgreich mit langfristigen Anleihen refinanzieren konnte. Der Dax sank um 0,9 Prozent auf 7.102 Punkte. Der marktbreite FAZ-Index fiel um 0,8 Prozent auf 1530 Punkte.
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Konjunktur- und Politik-Sorgen

Hinzu kamen schwache Wirtschaftsdaten aus der Eurozone und den Vereinigten Staaten als zusätzliche Belastung. Die Unsicherheiten um die Fiskalklippe liegen den Anlegern ebenfalls weiter schwer im Magen. Zwar laufen Sondierungsgespräche zur Lösung des Haushaltsstreits, mit ersten ernsthaften Verhandlungen rechnen Marktteilnehmer aber erst für Freitag.
Auch sorgten sich die Anleger um das zukünftige Wachstum. So sind die Einzelhandelsdaten aus den Vereinigten Staaten im Monat Oktober enttäuschend ausgefallen. Zudem warnte die Bank of England (BoE), dass die britische Wirtschaft erst 2015 das Niveau von vor der Krise erreichen wieder werde - und das bei erhöhter Inflation. Mit anderen Worten: Die BoE bereitet das Land auf eine Phase der Stagflation vor. Das sind keine guten Nachrichten für Aktien, wie ein Blick in die 70er-Jahre verdeutlicht.

Infineon haussieren

Gegen den allgemeinen Markttrend ging die Infineon-Aktie nach Zahlen mit Aufschlägen von 5,9 Prozent auf 5,55 Euro aus dem Handel. Im Handel zeigte man sich über den Anstieg überrascht. Experten sprachen von nur gemischten Zahlen. Der Jahresüberschuss hat im vierten Geschäftsquartal die Erwartungen zwar geschlagen, mit Blick auf das neue Geschäftsjahr ist Infineon aber vorsichtig. „Anscheinend hatte man Schlimmeres befürchtet“, versuchte ein Teilnehmer eine Erklärung für die Kursreaktion.
Die Titel des Stromversorgers RWE gingen mit 32,94 Euro praktisch unverändert aus dem Handel. Die am Morgen berichteten Zahlen zum dritten Quartal lagen im Rahmen der Erwartungen oder sogar leicht darüber. Anders als Eon will RWE weiter beim Ausblick für das kommende Jahr bleiben. Das Eon-Papier stand derweil weiter unter Abgabedruck und verlor 3,1 Prozent auf 14,18 Euro.

Solarworld einmal mehr unter Druck

Verkauft wurden auch Bankenaktien. Deutsche Bank büßten 2,4 Prozent auf 33,24 Euro ein, für die Commerzbank-Aktie ging es 2,9 Prozent auf 1,31 Euro nach unten. Siemens-Titel setzten die Abwärtsbewegung der vergangenen Tage fort und verloren 2,2 Prozent auf 77,98 Euro.
In der zweiten Reihe des deutschen Aktienmarkts standen die Titel von Deutsche Euroshop im Blick. Das Unternehmen hat eine Wandelanleihe sowie neue Aktien begeben und will so ein neues Einkaufszentrum finanzieren. Die Aktie gab 3,1 Prozent auf 29,50 Euro nach.
Die Aktien von Sky Deutschland gewannen nach dem Zwischenbericht des Senders 8,9 Prozent auf 3,65 Euro. Gestützt wurde die Stimmung von steigenden Abonnentenzahlen. Der Kurs von Bilfinger legte um 4,2 Prozent auf 76,41 Euro zu, nachdem der Baukonzern den Ausblick bekräftigt hatte.
Solarworld verloren 10,6 Prozent auf 1,11 Euro. Die eingebrochenen Preise für Solaranlagen haben dem deutschen Zell- und Modulhersteller auch das dritte Quartal verhagelt. Eine Besserung der Lage ist derzeit nicht in Sicht.

Haushaltsstreit und Konjunkturdaten drücken Kurse an Wall Street

Nach durchwachsenen Konjunkturdaten und aufgrund der Sorgen um den Haushaltsstreit fallen die Kurse am amerikanischen Aktienmarkt. Der Dow Jones Industrial gibt 0,4 Prozent auf 12.705 Punkte nach. Für den marktbreiten S&P 500-Index geht es um 0,3 Prozent auf 1371 Punkte nach unten. An der Technologiebörse Nasdaq sinkt der Composite Index leicht auf 2882 Punkte.
Im Oktober haben die amerikanischen Einzelhändler erstmals seit vier Monaten einen Umsatzrückgang hinnehmen müssen. Im Monatsvergleich waren die Umsätze um 0,3 Prozent und damit etwas deutlicher als erwartet gesunken. Zudem schwebt nach wie vor die drohende Fiskalklippe - zum Jahresende drohende Ausgabenkürzungen und Steuererhöhungen - über der amerikanischen Wirtschaft.
Nach einem deutlichen Gewinnanstieg im ersten Quartal geht es für die Aktien von Cisco Systems um 6,5 Prozent nach oben. Während andere Hardware-Hersteller über maue Geschäfte klagen, geht es für den weltgrößten Netzwerkausrüster aufwärts. Cisco hatte davon profitiert, dass Cloud- und Video-Angebote sowie das mobile Internet immer wichtiger werden.
Mit einem Kurssprung um mehr als 28 Prozent reagieren die Anteilsscheine des Modekonzerns Abercrombie & Fitch auf gestiegene Unternehmensprognosen für das Gesamtjahr. Für Mosaic geht es hingegen um 3,8 Prozent abwärts. Der Düngerproduzent hat die Absatzprognosen für das zweite Geschäftsquartal wegen verzögerter Bestellungen im Exportgeschäft reduziert.
An der Nasdaq haussiert die Facebook-Aktie mit einem Plus von knapp 10 Prozent. Nach dem Auslaufen der wichtigsten Haltefrist greifen Investoren nun zu.


Text: FAZ.net mit Reuters, dpa-AFX
Bildmaterial: F.A.Z.

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BASF SE NA O.N. 75,35 € +1,91%
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ThyssenKrupp 15,25 € +1,46%
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