17. Mai 2012

Blick auf den Finanzmarkt

Deutsche Aktien fester erwartet

31. Januar 2012 Nach dem Rücksetzer zu Wochenbeginn hat der deutsche Aktienmarkt am Dienstag zunächst einen leichten Aufwärtstrend aufgenommen. Nach den Beschlüssen auf dem EU-Gipfel vom Vortag stieg der Dax im frühen Geschäft um 0,37 Prozent auf 6468 Punkte. Der M-Dax der mittelgroßen Werte legte 0,7 Prozent auf 9841 Punkte zu, und der Tec-Dax stieg um 0,8 Prozent auf 743 Punkte. Auf der Gewinnerseite standen im Dax Thyssen Krupp mit einem Plus von 1,44 Prozent. In den Verhandlungen über die Edelstahlsparte des Konzerns haben die Arbeitnehmervertreter mit Outokumpu nach eigenen Angaben eine Vereinbarung erzielt.
„Die europäischen Staats- und Regierungschefs waren am Vorabend in der Lage, einen weiteren Schritt in Richtung eines Fiskalpakts zu machen", sagte Roger Peeters, Vorstand bei Close Brothers Seydler Research. Sollte dies ein Zeichen dafür sein, dass die Politiker bald auch Fortschritte beim Schuldenschnitt für Griechenland machen, könnten die Märkte tief durchatmen. Er mahnt jedoch dazu, dass auch dies nicht das Ende der Schuldenkrise wäre. Die jüngste Entwicklung am Anleihemarkt mache es wahrscheinlicher, dass ähnliche Diskussionen auch bei Portugal geführt werden müssen.
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Nach dem starken Jahresauftakt spreche die Stimmung an den Aktienmärkten für weiter steigende Kurse, sagt Analyst Cameron Peacock von IG Markets. Die imposante Erholung an der Wall Street gibt bereits einen positiven Trend vor. In New York konnte der Dow Jones Industrial nach zwischenzeitlich deutlichen Abgaben um erheblich mehr als 100 Punkte nahezu unverändert schließen. Der Future auf den amerikanischen Leitindex zog seit Handelsende auf Xetra um 0,8 Prozent an. Auf der Konjunkturagenda dürften am Nachmittag vor allem der Chicago Einkaufsmanagerindex sowie das Verbrauchervertrauen Beachtung finden.

Rentenmärkte eröffnen mit leichten Abgaben

Der deutsche Rentenmarkt tendiert am Dienstag leichter. Der richtungsweisende Terminkontrakt auf die zehnjährige Bundesanleihe, der Bund-Future, verliert 28 Basispunkte auf 139,4 Prozent. Der kürzer laufende Bobl-Future verliert 6 Basispunkte auf 125,4 Prozent. Angesichts der Erholung der DAX-Futures kommen die Renten-Futures damit etwas zurück. Am Vortag hatten sie noch deutlich zugelegt. Auf Widerstand stößt der Bund-Future bei 139,80 bis 140 Prozent, auf Unterstützung bei 138,50 Prozent, heißt es von Experten.
Am deutschen Rentenmarkt stehen am Dienstag zahlreiche Konjunkturdaten aus dem Euroraum und den Vereinigten Staaten im Blick. Veröffentlicht werden unter anderem neue Zahlen vom deutschen Arbeitsmarkt. In Übersee stehen die Stimmung der Einkaufsmanager aus Chicago und Daten zum Verbrauchervertrauen an. Zudem dürften die Beschlüsse der europäischen Staats- und Regierungschefs vom Vorabend nachgearbeitet und die zähen Verhandlungen über einen griechischen Schuldenschnitt genau beäugt werden. Zu Handelsbeginn könnten deutsche Staatstitel Unterstützung von den schwachen asiatischen Börsen erhalten.

Yen steigt auf Dreimonatshoch

Die Stärke im Yen bereitet dem japanischen Finanzminister Jun Azumi Sorge. Verbal intervenierte er in der Nacht, dass bei einer weiter steigenden Währung durch spekulative Käufer „maßgebliche Schritte“ eingeleitet würden. Über Nacht war der Yen auf den höchsten Stand seit drei Monaten gegenüber dem Dollar gestiegen.
Die Ankündigung „maßgeblicher Schritte“ steht in Japan für eine bevorstehende Devisenmarktintervenion. Azumi fügte hinzu, dass sich die japanische Wirtschaft in keiner schlechten Verfassung befinde. Er habe die Hoffnung, dass sich die Staatsschuldenkrise in Europa entspanne und die japanische Wirtschaft davon profitieren werde. Der Yen notiert gegenüber dem Dollar bei 76,31 Dollar/Yen, das Allzeithoch vom 31. Oktober 2022 liegt bei 75,52.

Tokioter Börse verbucht besten Januar seit 1999

Die japanischen Aktienmärkte haben am Dienstag mit leichten Gewinnen den stärksten Januar seit mehr als zehn Jahren besiegelt. Hauptgrund für den Anstieg von mehr als vier Prozent seit Jahresbeginn ist die wachsende Zuversicht der Anleger über die Entwicklung der amerikanischen Konjunktur, wo sich zuletzt die Zeichen für eine Erholung deutlich gemehrt haben. Die anhaltende Unsicherheit über den Fortgang der europäischen Schuldenkrise sei bereits in den Kursen eingepreist, sagten Händler. Zudem hielten viele Investoren japanische Aktien für unterbewertet, sagte Naomi Fink, Chef-Stratege bei Jefferies Japan. Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index legte 0,1 Prozent auf 8802 Punkte zu. Der breiter gefasste Topix-Index dagegen gab 0,2 Prozent auf 755 Zähler nach.
Anleger zeigten sich von Äußerungen des griechischen Regierungschefs Lukas Papademos ermutigt. Dieser zeigte sich zuversichtlich, dass die Verhandlungen über einen Forderungsverzicht privater Gläubiger bis Ende der Woche abgeschlossen werden können.
Unter den Einzelwerten legten die Aktien von Sumitomo Mitsui Financial 1,5 Prozent zu, nachdem die Bank solide Zahlen zum dritten Quartal vorgelegt hatte. Zu den Verlierern gehörte dagegen Canon. Der starke Yen macht den Kamerakonzern vorsichtig. Die Aktie fiel daraufhin um mehr als vier Prozent.
Die asiatischen Börsen außerhalb Japans legten mehrheitlich leicht zu. Im Schnitt belief sich das Plus auf 0,5 Prozent. Damit gewannen die Kurse im gesamten Monat hier sogar knapp zehn Prozent, nachdem sie im November und Dezember noch deutlich nachgegeben hatten. In Taiwan legten die Kurse am Dienstag um 1,5 Prozent zu. Ein Plus von rund ein Prozent verbuchten die Märkte in Korea und Hongkong. In Shanghai veränderten sich die Kurse kaum, während sie in Singapur und Australien leicht nachgaben.

Aktienbörse in China uneinheitlich

Während im Brauereisektor deutliche Aufschläge verzeichnet werden, dreht der Gesamtmarkt in Schanghai im späten Dienstagshandel ins Minus. Anleger hofften bei Brauereiwerten auf positive Jahresergebnisse für 2011, erläutert ein Analyst. Der Shanghai-Composite verliert 0,2 Prozent auf 2.271 Punkte. Medienberichte über neue Regierungspläne zum Finanzmarkt stützen den chinesischen Leitindex damit nur temporär. In Hongkong steigt der HSI um 0,7 Prozent auf 20.304 Zähler.
„Der Leitindex in Schanghai dürfte kurzfristig in einer Spanne von 2.200 bis 2.330 Punkten konsolidieren. Investoren verhalten sich abwartend, obwohl die Regierung offenbar substanzielle Maßnahmen plant. Dazu gehört die Genehmigung für Pensionsfonds, in Aktien zu investieren. Das dürfte das Sentiment verbessern“, sagt Analyst Liu Chang von Beijing Capital Stock Investment & Consulting.
Unter den Brauereititeln geht es für Hebei Hengshui Laobaigan Liquor um 8,4 Prozent auf 22,54 Yuan und für Jiangsu Yanghe Brewery JSC um 2,4 Prozent auf 127,52 Yuan nach oben. Nach den deutlichen Vortagesverlusten sorgen Schnäppchenjäger im Bergbausektor für eine Erholung. China Shenhua Energy erholen sich um 1 Prozent auf 26,95 Yuan und Henan Shenhuo Coal & Power um 1,4 Prozent auf 10,83 Yuan.

Neuigkeiten und Kursbewegungen nach Börsenschluss an der Wall Street

Knapp behauptet präsentierten sich die Aktienkurse im nachbörslichen amerikanischen Handel am Montag im Vergleich zum regulären Geschäft. Der Nasdaq After Hours Indicator fiel um 0,38 Punkte auf 2464,94 Zähler.
Der Aktienkurs von Radioshack brach um 19,8 Prozent auf 8,21 Dollar ein, nachdem der Elektronikgeräte-Händler einen schwachen Ausblick auf das vierte Quartal abgegeben hatte. Für das Jahresschlussquartal stellt Radioshack einen Gewinn je Aktie von 0,13 bis 0,15 Dollar in Aussicht, nach 0,51 Dollar im Vorjahreszeitraum. Analysten hatten mit 0,36 Dollar je Aktie gerechnet. Zur Begründung der schwachen Ergebniserwartung verwies das Unternehmen auf eine unterdurchschnittliche Nachfrageentwicklung bei der vom Mobilfunkbetreiber Sprint Nextel zur Verfügung gestellten Produktpalette. Zudem seien Änderungen bei den Kunden- und Kreditmodellen von Sprint antizipiert worden.
Unter Druck standen auch die Papiere von Align Technology, nachdem der Hersteller von kieferorthopädischen Instrumenten einen schwächer als erwartet ausgefallenen Ausblick auf das erste Geschäftsquartal abgegeben hatte. Das Unternehmen erwartet einen Nettoumsatz von 125,4 bis 127 Millionen Dollar und einen Gewinn je Aktie von 0,19 bis 0,21 Dollar je Aktie. Analysten hatten mit 128,6 Millionen Dollar Umsatz und einem Ergebnis von 0,22 Dollar je Aktie gerechnet. Der Kurs fiel um 6,6 Prozent auf 23,70 Dollar.

Griechenland-Sorgen machen Wall Street zu schaffen

Erneute Sorgen über die Schuldenkrise in Europa haben am Montag an der New Yorker Wall Street für Verluste gesorgt. Insbesondere der deutsch-griechische Streit über eine internationale Kontrolle des Haushalts in dem Krisenland ließ Anleger vorsichtig agieren. Allerdings begrenzte der Beschluss zum vorzeitigen Start des Rettungsfonds ESM im Juli die Verluste. Vor allem von Bankaktien gerieten wegen der Unsicherheit über das Ausmaß der Gläubigerbeteiligung beim Schuldenschnitt für Griechenland unter Druck. „Solange die Sache nicht unter Dach und Fach ist, wird es Sorgen geben“, sagte Miachael Yoshikami von YCMNet Advisors in Kalifornien. „Je länger es dauert, desto größer ist die Befürchtung, dass etwas faul ist. Seit langem heißt es, das eine Übereinkunft kurz bevorstehe.“
Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss mit einem Minus von 0,1 Prozent bei 12.653 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500-Index schloss bei 1313 Punkten, ein Abschlag von 0,3 Prozent. Der Index der Technologiebörse Nasdaq verlor 0,2 Prozent auf 2811 Punkte.
Auch die Daten zum Verhalten der amerikanischen Verbraucher gaben keine positiven Impulse. Im Dezember stagnierten ihre Konsumausgaben zum Vormonat, wie das Handelsministerium mitteilte. Analysten hatten ein Plus von 0,1 Prozent vorhergesagt. Unter den Einzelwerten verzeichneten besonders die Finanztitel Verluste. Die Papiere der Bank of America verloren drei Prozent. Das Geldhaus hatte eine personelle Umbesetzung der Führungsspitze in seinem Investmentbanking angekündigt. Auch die Deutsche Bank musste in New York Federn lassen: Der Titel verzeichnete Abschläge von 4,1 Prozent. Die Aktien der Citigroup gaben 2,1 Prozent ab, Anteilsscheine von JP Morgan Chase verzeichneten ein Minus von 0,4 Prozent.
Zu den Gewinnern gehörte der Hersteller von elektronischen Bauteilen Thomas & Betts. Der Schweizer Konzern ABB kündigte an, das Unternehmen für 3,9 Milliarden Dollar übernehmen zu wollen. Der Kurs von Thomas & Betts stieg daraufhin um gut 23 Prozent.

Amerikanische Anleihen fester

Angst vor den Folgen der Schuldenkrise in der Eurozone hat die Anleger am Montag in den amerikanischen Anleihemarkt getrieben. Im späten New Yorker Handel stiegen zehnjährige Anleihen mit einem Kupon von 2,000 Prozent um 14/32 auf 101-13/32 und rentierten mit 1,84 Prozent. Der mit 3,125 Prozent verzinste Longbond gewann 1-8/32 auf 102-18/32. Seine Rendite fiel auf 2,99 Prozent.
Griechenland hat sich immer noch nicht mit seinen privaten Gläubigern geeinigt. Unterdessen waren die Renditen der Staatsanleihen von Ländern an der Peripherie der Eurozone abermals gestiegen. Die Renditen portugiesischer Anleihen erreichten Rekordstände. Auch die spanischen und italienischen Renditen stiegen, nachdem die Ratingagentur Moody’s vor der Verschlechterung der spanischen Konjunktur gewarnt und Italien bei einer Auktion von Anleihen nicht das gesamte geplante Volumen am Markt untergebracht hat.


Text: FAZ.NET, dpa-AFX, Reuters, dpa, AP, AFP, Bloomberg, Dow Jones
Bildmaterial: FAZ.NET-Jan Bazing

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