26. Mai 2013

Marktbericht

Dax startet mit dünnem Plus

12. November 2012 Der Dax ist am Montag mit einem dünnen Plus in die neue Woche gestartet. Eine klare Erholung von den kräftigen Verlusten aus der Vorwoche blieb ihm aber wegen der Unsicherheiten um Griechenland verwehrt. Anleger blickten „zwischen Hoffen und Bangen“ nach Brüssel, wo die Euro-Finanzminister zu Wochenauftakt über das weitere Vorgehen bei dem Krisenland beraten. Der Dax schloss nach wechselhaftem Verlauf knapp mit 0,07 Prozent im Plus bei 7168,76 Punkten.
Belastet von schwachen EADS-Aktien verlor der MDax 0,20 Prozent auf 11 317,97 Punkte, während sich der TecDax mit 0,47 Prozent im Plus behauptete bei 806,89 Punkten. Laut Analyst Wolfgang Albrecht von der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) sind sich die Anleger unsicher, ob es wirklich zu einer Entscheidung für eine neue Hilfstranche kommt. Er sah den Dax deshalb „zwischen Hoffen und Bangen“, obwohl Griechenland mit der Verabschiedung des Staatshaushalts für 2013 eine wichtige Voraussetzung für weitere Hilfsgelder geschaffen hat.
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Keine eindeutigen Signale gab es auch von wirtschaftlicher Seite: Positiven Aussagen zum Wachstum Chinas standen Nachrichten aus Japan gegenüber, wonach die dortige Wirtschaft eineinhalb Jahre nach der Tsunami-Katastrophe wieder gegen eine Rezession kämpft. Spitzenreiter im Dax waren am Ende die Aktien von K+S mit plus 2,00 Prozent auf 35,91 Euro. Händler verwiesen darauf, dass einige Investoren vor den am Dienstag erwarteten Zahlen des Salz- und Düngemittelherstellers noch zugegriffen hätten.
Vorne dabei waren zudem auch die Titel der Lufthansa, die nach Verkehrszahlen um 1,10 Prozent stiegen. Trotz der Flugausfälle wegen des Hurrikans „Sandy“ hat die Fluggesellschaft im Oktober erneut mehr Fluggäste befördert und die Sitzauslastung verbessert. Ansonsten standen noch die Ausläufer der Berichtssaison im Fokus. Im MDax rückten die Aktien von Deutsche Wohnen nach einer angehobenen Prognose um 1,29 Prozent vor. Händler lobten, der Konzern habe im dritten Quartal besser als erwartet abgeschnitten.

Fraport-Papier kommen unter Druck

Für die Aktien von Baywa ging es nach Zahlen um gut zwei Prozent hoch, und Spitzenreiter waren die Aktien von Wincor Nixdorf mit einem Zugewinn von gut drei Prozent. Der Geldautomaten- und Kassensystem-Hersteller hatte nach einem Gewinneinbruch weitere Stellenstreichungen angekündigt. Fraport-Papiere dagegen kamen mit rund einem Prozent unter Druck. Bei dem Flughafenbetreiber stütze ein starker Passagieranstieg in Perus Hauptstadt Lima im Oktober die Passagierzahlen.
Am Heimatflughafen in Frankfurt war die Entwicklung dagegen eher schwach ausgefallen. Dabei war auch die Wirkung der Flugausfälle infolge des Hurrikans „Sandy“ spürbar geworden. Für die EADS-Papiere ging es im MDax wegen Schmiergeldvorwürfen um fast ein Prozent bergab. Zudem wurde eine Meldung als Belastung angesehen, wonach ein A380 der Fluggesellschaft Emirates wegen eines Triebwerkschadens notlanden musste. Bei dem Triebwerk handelt es sich um ein Modell, an dem auch MTU mitarbeitet. Die Aktien des Triebwerksbauers verloren als Schlusslicht fast zwei Prozent.

Wall Street zu Wochenbeginn im Minus

Der EuroStoxx 50 schloss im Gegensatz zum Dax mit 0,25 Prozent im Minus bei 2473,52 Punkten. Auch in London und Paris gingen die Leitindizes zu Wochenauftakt mit kleinen Verlusten aus dem Handel, und in New York lag der Dow Jones Industrial zum Handelsschluss in Europa ebenfalls knapp im Minus. Am Rentenmarkt stieg die durchschnittliche Rendite börsennotierter Bundeswertpapiere von 1,06 Prozent am Freitag auf 1,07 Prozent. Der Rentenindex Rex fiel um 0,03 Prozent auf 135,00 Punkte. Der Bund-Future gab um 0,10 Prozent auf 143,14 Punkte nach. Der Kurs des Euro stieg. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,2735 (Freitag: 1,2694) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,7852 (0,7878) Euro.
Der Haushaltsstreit in den Vereinigten Staaten hat die Wall Street derweil zu Wochenbeginn ins Minus gedrückt. In New York fürchteten Händler, dass die ohne einen Kompromiss zwischen Republikanern und Demokraten zum Jahreswechsel automatisch einsetzenden Ausgabenkürzungen und Steuererhöhungen die amerikanische Wirtschaft wieder in die Rezession stürzen könnten. Mit der drohenden Fiskalklippe begründete Barclays auch die Absenkung seines Jahresziels für den S&P-500 auf nur noch 1.325 Punkte. Ermutigende Konjunkturzahlen aus China hielten die Verluste jedoch in einem insgesamt leichten Handel in Grenzen.

Apple steht wieder im Mittelpunkt

Wegen des Veteranentages blieben die Anleihemärkte und die Behörden geschlossen. Nach den herben Verlusten der Vorwoche gab der Dow-Jones-Index der Standardwerte auch am Montag 0,2 Prozent auf 12.795 Punkte nach. Der breiter gefasste S&P-500 verlor bis zum Mittag 0,1 Prozent auf 1378 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq rutschte ebenfalls 0,2 Prozent auf 2898 Punkte ab. Sollte der Kongress keinen Kompromiss im Haushaltsstreit finden, wäre dies für die amerikanische Wirtschaft verheerend, warnte Börsenexperte Oliver Pursche von Gary Goldberg Financial Services. „Deswegen kann man auch kaum davon sprechen, dass die Marktreaktion der vergangenen Woche überzogen war.“ Mit einem Minus von 2,4 Prozent verbuchte der S&P-500 die schwächste Woche seit Juni.
Auf Unternehmensseite stand wieder einmal Apple im Mittelpunkt. Der iPhone-Hersteller hatte am Wochenende einen Patentstreit mit dem taiwanischen Rivalen HTC  beigelegt. Nach anfänglichen Gewinne rutschte die Aktie 1,2 Prozent ins Minus. Auch Übernahmenpläne trieben einige Kurse an. Precision Castparts bot 2,9 Milliarden Dollar für die Übernahme von Titanium Metals. Leucadia National stimmte dem Kauf der Investmentbank Jefferies für 3,6 Milliarden Dollar zu. Das gab den Aktien Auftrieb: Die Titel von Titanium sprangen mehr als 40 Prozent nach oben, Jefferies-Papiere kletterten mehr als zwölf Prozent.


Text: FAZ.net mit Reuters, dpa-AFX
Bildmaterial: F.A.Z.

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