17. Mai 2012

Marktbericht

Dax nach Bernanke-Rede mit moderatem Minus

26. August 2011 Grund für die Erholung zum Handelsende hin waren Deckungskäufe vor dem Wochenende, so genanntes Short-Covering. „Einige Marktteilnehmer wollten nicht short ins Wochenende gehen“, also keine Positionen behalten, mit denen sie auf fallende Kurse gesetzt hatten, sagte ein Händler.
Zuvor hatte der Dax mehrfach die Marke von 5.400 Punkten getestet, zuletzt zur Rede des amerikanischen Notenbankpräsidenten Ben Bernanke in Jackson Hole. „Eine positive Überraschung ist ausgeblieben“, so ein Händler. Bernanke habe klar gemacht, dass die amerikanische Notenbank „Gewehr bei Fuß“ stehe, er habe aber keine konkreten Maßnahmen angekündigt.
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Die amerikanischen Börsen haben am Freitag im Plus geschlossen. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte gewann 1,2 Prozent auf 11.284 Punkte. Der breiter gefasste S&P-500 schloss 1,5 Prozent höher bei 1176 Zählern. Der Index der Technologiebörse Nasdaq legte 2,5 Prozent zu auf 2479 Punkte.

Erstes Wochenplus seit einem Monat

Am Markt war aber ohnehin kaum noch damit gerechnet worden dass Bernanke eine dritte Stufe der quantitativen geldpolitischen Lockerung mit Anleihenkäufen zünden würde. Somit hielt sich die Enttäuschung in Grenzen, und der Dax drehte auch dank freundlicher Notierungen an der Wall Street knapp über der 5.400er Marke wieder nach oben ab.
Erst am Montag können die Marktteilnehmer auf die Aussagen Jean-Claude Trichet reagieren, denn der Präsident der Euroopäischen Zentralbank spricht erst am Samstag in Jackson Hole. Marktteilnehmer erwarten, dass er seine Aussagen von der schwersten Krise seit dem Zweiten Weltkrieg präzisiert. Die amerikanischen Konjunkturdaten am Nachmittag fielen im Rahmen der Erwartungen aus.
Aus technischer Sicht habe sich die Situation mit der Rückkehr über die Marke von 5.500 Punkten etwas aufgehellt. Der Dax könnte nun eine Handelsspanne zwischen etwa 5.400 und 5.800 Punkten etablieren, heißt es am Markt auch mit Blick darauf, dass der Dax die Woche mit einem leichten Gewinn von etwa einem Prozent abschloss, das erste Wochenplus im August. Umgesetzt wurden am Freitag in Dax-Titeln auf Xetra rund 171,6 (Vortag: 225,6) Millionen Aktien im Wert von rund 3,63 (Vortag: 4,66) Milliarden Euroo.
Vorübergehend war der Dax erneut der schwächste Index in Euroopa gewesen. „Internationale Großanleger bauen Positionen ab“, so ein Marktteilnehmer noch am Mittag. Der Dax habe stark von der deutschen Sonderkonjunktur profitiert, und nun leide er darunter, dass Anleger mit einem Ende des Aufschwungs rechneten. Eine weitere Verschärfung der Schuldenkrise in der Euroozone könnte die Rezessionsgefahren verschärfen.

Bankaktien mit deutlichen Verlusten

Unter Abgabedruck standen einmal mehr die Banken. Marktteilnehmer sprechen von einer Liquiditätskrise im Euroopäischen Bankensystem wegen der Schuldenkrise. Deutsche Bank verloren 2,9 Prozent auf 26,61 Euro und Commerzbank 2,7 Prozent auf 1,95 Euro. Unter Druck standen auch Munich Re, auch wegen Sorgen, der Hurrikan „Irene“ könnte Richtung New York und Neu-England ziehen. Der Kurs verlor 2,7 Prozent auf 85,71 Euro. Ihre Talfahrt beendet haben dagegen Fresenius und FMC. Händler verwiesen auf Schnäppchenjäger. Nach dem Kurssturz vom Donnerstag erholten sich FMC um 1,7 Prozent auf 46,18 Euro und Fresenius stiegen um 1,3 Prozent 69,60 Euro. VW legten um 1,3 Prozent zu auf 109,15 Euro.
In der zweiten Reihe stiegen Gildemeister um 6,5 Prozent auf 10,96 Euro. Der Hersteller von Werkzeugmaschinen will über 3 Millionen eigene Aktien und damit 5,1 Prozent des Grundkapitals zurückkaufen. Lanxess verloren hingegen 5,8 Prozent auf 39,79 Euro. Der Vorstandsvorsitzende Axel Heitmann hat vor kurzem mehr als 250.000 Stammaktien im Gesamtwert von gut 9,88 Millionen Euro verkauft. Händler bewerteten dies angesichts des schwierigen konjunkturellen Umfelds als Misstrauensvotum gegen das eigene Unternehmen. Der MDax gab gleichzeitig um 0,9 Prozent nach und der TecDax reduzierte sich um 0,3 Prozent.


Text: Quellen: FAZ.NET, dpa-AFX, Reuters, dpa, AP, AFP, Dow Jones, Bloomberg, F.A.Z.
Bildmaterial: Natascha Vlahovic, FAZ.NET

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