19. Mai 2013

Blick auf den Finanzmarkt

Dax fällt unter 7000 Punkte

16. November 2012 „Das Unterschreiten der 7000er Marke hat Anschlussverkäufe ausgelöst, die die Talfahrt beschleunigt haben“, sagte ein Börsianer. Auf Wochensicht drohen dem Leitindex, der am Donnerstag auf ein Zweimonatstief gerutscht war, Verluste von gut anderthalb Prozent. Für den M-Dax ging es am Freitagmorgen um 0,6 Prozent auf 11.005,8 Punkte runter und der Tec-Dax verlor 0,4 Prozent auf 791,4 Punkte. Der marktbreite FAZ-Index gab 0,8 Prozent ab auf 1503,8 Punkte.
Analyst Werner Bader von der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) zeigte sich skeptisch, was den weiteren Verlauf betrifft: „Der Handel in Frankfurt dürfte heute wahrscheinlich erneut von novemberlicher Tristesse gekennzeichnet sein“, schrieb der Experte. Das Konjunkturumfeld sei schwierig und „die Unternehmensausblicke strotzen nicht gerade von Zuversicht“. Daher sei es „durchaus möglich, dass der Dax heute die 7000er-Marke ernsthaft testen wird“.

Deutsche Anleihen starten mit Gewinnen

Die deutschen Staatsanleihen sind am Freitag mit Gewinnen in den Handel gegangen. Der richtungsweisende Euro-Bund-Future stieg am Morgen um 0,1 Prozent auf 143,3 Punkte. Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe sank leicht auf 1,33 Prozent.
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In der laufenden Woche hat sich der deutsche Anleihemarkt unter dem Strich stabil gezeigt. Am Freitag dürfte sich daran nicht viel ändern: Zumindest datenseitig stehe ein ruhiger Wochenausklang an. Fundamental könnten allenfalls Zahlen zur amerikanischen Industrieproduktion für Bewegung sorgen. Am Primärmarkt für Euro-Staatsanleihen bleibt es mangels entscheidender Auktionen ruhig.

Euro kann Vortagsgewinne nicht halten

Der Euro hat am Freitag seine deutlichen Vortagsgewinne nicht ganz halten können. Im frühen Handel kostete die Gemeinschaftswährung 1,2760 Dollar und damit einen halben Cent weniger als im Hoch am Donnerstag. Ein Dollar war zuletzt 0,7835 Euro wert. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Donnerstagmittag auf 1,2756 (Mittwoch: 1,2726) Dollar festgesetzt.
Nach einer ereignisreichen Woche steuert der Devisenmarkt auf einen ruhigen Wochenausklang zu. Es stehen wenige Konjunkturdaten an. Griechenland muss am heutigen Freitag fällige Schulden tilgen, die dafür benötigten Mittel hat sich Athen aber bereits besorgen können. Hintergrund ist die seit Juni ausstehende Zahlung weiterer Hilfsgelder. Am kommenden Dienstag werden sich die Euro-Finanzminister abermals mit der Thematik beschäftigen.

Gewinne in Japan vor Wahlen

Die asiatischen Börsen haben auch am Freitag keine gemeinsame Richtung gefunden. Wie schon am Donnerstag profitierten am Wochenende die japanischen Aktien von der Hoffnung auf Konjunkturimpulse nach einem Regierungswechsel, während andernorts eher die Minuszeichen dominierten. In China zum Beispiel befürchteten die Anleger, dass die neue Führung die wirtschaftlichen Reformen nicht beschleunigt. Insbesondere könnte sie davon absehen, die Dominanz der staatlich dominierten Unternehmen zu reduzieren. Der länderübergreifende MSCI Asia Apex 50, der die Aktienkurse der 50 größten Unternehmen Asiens exklusive Japan enthält, fiel um 0,3 Prozent auf 826,1 Punkte. In Tokio zog der Nikkei-225-Index um 2,2 Prozent an auf 9024,2 Punkte. Auf Wochensicht bedeutete dies ein Plus von 3 Prozent. Das japanische Parlament hatte mit der Verabschiedung wichtiger Gesetze zur Ausgabe von Staatsanleihen und einer Wahlrechtsreform den Weg für Neuwahlen frei gemacht. Ministerpräsident Yoshihiko Noda hatte die Erfüllung seiner politischen Ziele zur Bedingung dafür gemacht, noch am selben Tag das Unterhaus des Parlaments aufzulösen. Am 16. Dezember soll neu gewählt werden. Die Anleger setzten nun darauf, dass nach einem Sieg der oppositionellen Liberaldemokratischen Partei die Geldpolitik weiter gelockert und damit die Konjunktur angekurbelt wird, sagten Börsianer.
Für den CSI 300 Index, der die Aktien der 300 größten Unternehmen vom chinesischen Festland mit einer Börsennotierung in Shanghai oder Shenzhen enthält, ging es um 1,2 Prozent auf 2166,4 Punkte nach unten. In Hongkong bewegte sich der Hang Seng mit einem Plus von 0,1 Prozent auf 21.129,7 Punkte kaum von der Stelle. Der Kospi in Seoul verlor 0,5 Prozent auf 1860,8 Punkte. Für den FTSE Straits Times Index in Singapur ging es um 0,01 Prozent auf 2946,3 Punkte nach oben. In Mumbai legte der Sensex um 0,2 Prozent zu auf 18.505,6 Punkte.

Nachbörse Nyse: Dell mit Quartalszahlen unter Druck

Leichter präsentierten sich die Aktienkurse im nachbörslichen amerikanischen Handel am Donnerstag im Vergleich zum regulären Geschäft. Der Nasdaq After Hours Indicator fiel um 1,94 Punkte auf 2522,42 Zähler.
Die Aktie von Dell geriet im nachbörslichen Handel am Donnerstag unter Druck, nachdem der Computerproduzent mit seinen Zahlen zum dritten Quartal enttäuscht hatte. Der Gewinn fiel um 47 Prozent auf 475 Millionen Dollar bzw. 27 Cents je Aktie. Der Verkauf der PCs ging stark zurück und auch andere Sparten zeigten Schwäche. Auf bereinigter Basis wurde ein Gewinn von 39 Cents ausgewiesen, Analysten hatten mit 40 Cents gerechnet. Die Aktie fiel bis 19.59 Uhr Ortszeit auf nasdaq.com um 2 Prozent auf 9,37 Dollar. Dagegen gewannen Gap bis 19.58 Uhr 3,6 Prozent auf 34,46 Dollar. Die Modekette erwartet für 2012 nun einen Gewinn je Aktie zwischen 2,20 und 2,25 Dollar. Bislang ging das Unternehmen von 1,95 bis 2,00 Dollar aus. Dagegen blieb Sears Holdings bei den Zahlen zum dritten Quartal hinter den Erwartungen zurück. Das Papier fiel um 7,3 Prozent auf 54,20 Dollar.

Wal-Mart und Nahost-Spannungen belasten Wall Street

Die amerikanischen Börsen haben am Donnerstag ihre Verlustserie fortgesetzt. Vor allem die Bilanz des weltgrößten Einzelhändlers Wal-Mart und die Zuspitzung der Lage im Nahen Osten lasteten auf dem Markt. Von den aktuellen Konjunkturdaten gingen ebenfalls keine Kaufimpulse aus. Darüber hinaus gab es keine Signale auf eine Einigung im Haushaltsstreit. Präsident Barack Obama blieb beim Thema „Fiskalklippe“ hart, bei der Ausgabenkürzungen und Steuererhöhungen Anfang 2013 im Volumen von rund 600 Milliarden Dollar vorgesehen sind. Dadurch könnte die Wirtschaft der Vereinigten Staaten in eine Rezession stürzen. „Es gibt nicht so viel, das Investoren davon überzeugen könnte, dass es aufwärtsgeht“, sagte Analyst Kim Forrest von Fort Pitt Capital Group. Schon am Dienstag und am Mittwoch hatten die amerikanischen Börsen nachgegeben. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss 0,2 Prozent tiefer bei 12.542 Punkten. Im Verlauf war er zwischen 12.496 und 12.600 Stellen gependelt. Auch der breiter gefasste S&P-500 gab 0,2 Prozent nach auf 1353 Zähler, der Index der Technologiebörse Nasdaq 0,4 Prozent auf 2836 Stellen.
Im Nahen Osten kamen am Donnerstag bei einem Raketenangriff der radikal-islamischen Hamas drei Israelis ums Leben, israelische Kampfjets bombardierten weiter Ziele in und um Gaza-Stadt. Die Gefechte könnten sich zu einem offenen Krieg ausweiten. Aktien von Energieunternehmen wie Halliburton tendierten höher. Unterbrechungen der Öl-Lieferungen aus dem Nahen Osten könnten den Preis für den Rohstoff verteuern. Davon würden Energieunternehmen profitieren. Ein Fass der Sorte Brent wurde 1,2 Prozent höher bei 111 Dollar gehandelt. Wegen der verheerenden Folgen des Wirbelsturms „Sandy“ beantragten in der vergangenen Woche so viele Amerikaner Arbeitslosenhilfe wie seit anderthalb Jahren nicht mehr. Die Zahl stieg auf 439.000, erwartet worden waren lediglich 375.000. Zuversicht konnte auch die Industrie nicht verbreiten: Der Konjunkturindex der Notenbank von Philadelphia fiel auf minus 10,7 Zähler von 5,7 Punkten im Vormonat. Wal-Mart steigerte im dritten Quartal seinen Umsatz zwar um 3,4 Prozent auf 113,2 Milliarden Dollar. Experten hatten im Schnitt aber 115 Milliarden vorhergesagt. Der Konzern spürt wegen der unsicheren Wirtschaftslage die Zurückhaltung der Verbraucher in vielen Ländern, etwa in den Vereinigten Staaten, China und Japan. Die Aktie verlor 3,6 Prozent. Die Papiere des Rivalen Target stiegen indes um 1,7 Prozent. Das Unternehmen lockte Kunden mit einem größeren Angebot an Lebensmitteln und Rabatten, der Gewinn im Quartal stieg deutlicher als erwartet. Der MTV-Mutterkonzern Viacom konnte in einem schwierigen Werbeumfeld seinen Quartalsgewinn steigern. Die Aktien stiegen um 2,6 Prozent.

Amerikanische Anleihen legen leicht zu

Die amerikanischen Staatsanleihen sind am Donnerstag nach anfänglichen Verlusten leicht gestiegen. Händler verwiesen auf ein überraschend verschlechtertes Geschäftsklima in der Region Philadelphia im November. Zuvor hatte die im November unerwartete aufgehellte Stimmung des Verarbeitenden Gewerbes im amerikanischen Bundesstaat New York den Anleihenmarkt belastet. Dagegen habe der stärker als prognostizierte Anstieg der wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe den Markt kaum bewegen können. Wegen des Hurrikans „Sandy“ waren die Arbeitsmarktdaten laut amerikanischer Regierung stark verzerrt.
Zweijährige Anleihen stiegen um 1/32 Punkte auf 100 0/32 Punkte und rentierten mit 0,250 Prozent. Fünfjährige Anleihen kletterten ebenso um 1/32 Punkte auf 100 20/32 Punkte. Sie rentierten mit 0,618 Prozent. Richtungweisende zehnjährige Anleihen rückten auch um 1/32 Punkte auf 100 11/32 Punkte vor. Ihre Rendite betrug 1,587 Prozent. Lang laufende Anleihen mit einer Laufzeit von dreißig Jahren gewannen 9/32 Punkte auf 100 23/32 Punkte. Sie rentierten mit 2,715 Prozent.


Text: FAZ.NET, dpa-AFX, Reuters, dpa, AP, AFP, Bloomberg, Dow Jones

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