17. Mai 2012

Blick auf den Finanzmarkt

Apple-Begeisterung verdrängt Griechenland-Sorgen

25. Januar 2012 Dank euphorisch aufgenommener Zahlen von Apple ist der deutsche Aktienmarkt am Mittwoch fester gestartet. Der Dax legt 0,4 Prozent auf 6444 Punkte zu. Der marktbreite FAZ-Index gewinnt 0,1 Prozent auf 1435 Zähler.
Vor dem ifo-Geschäftsklimaindex für Januar treibt laut Händlern die gute Vorgabe aus Asien nach den „sensationellen Zahlen“ von Apple nach Börsenschluss in den Vereinigten Staaten die Aktienmärkte. Die am Vorabend vorgelegten Ergebnisse des Konzerns überlagerten das schwindende Vertrauen in einen erfolgreichen griechischen Schuldenschnitt, sagt Stratege Stan Shamu von IG Markets. Der Future auf den Dow Jones Industrial gewann 0,1 Prozent seit dem Xetra-Schluss am Vortag. Neben dem ifo-Geschäftsklimaindex warteten Investoren am Abend neben weiteren Konjunkturdaten aus den Vereinigten Staaten vor allem den Zinsentscheid der Fed.
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Unternehmensseitig stehen Beiersdorf und SAP mit Zahlen im Fokus. Der Aktienkurs von Beiersdorf klettert dank einer positiven Überraschung beim bereinigten Ergebnis vor Steuern und Zinsen (Ebit) um 3,30 Prozent auf 45,395 Euro. Der Kurs von Europas größtem Softwarehersteller fällt trotz eines allgemein als „besser als erwartet“ eingestuften Ausblicks um 0,6 Prozent ab.
Klöckner & Co (KlöCo) rutschen um 1,5 Prozent auf 11,58 Euro ab. Die Deutsche Bank hat die Aktien des Stahlhändlers von „Buy“ auf „Hold“ abgestuft. Die guten Aussichten für die Stahlindustrie im ersten Halbjahr sowie die anhaltende Preiserholung dürften im Aktienkurs des Stahlhändlers bald eingepreist sein, schrieb Analyst Matthias Pfeifenberger. Dialog Semiconductor gewinnen 4,2 Prozent auf 16,399 Euro. Händler verweisen auf die Rekordzahlen von Apple und dabei insbesondere auf die deutlich besser als erwarteten iPhone-Verkäufe. Dialog werde als Zulieferer gesehen und profitiere entsprechend.

Rentenmarkt tendiert wenig verändert

Der deutsche Rentenmarkt tendiert am Mittwoch wenig verändert. Der richtungweisende Terminkontrakt auf die zehnjährige Bundesanleihe, der Bund-Future, gewinnt 8 Basispunkte auf 137,38 Prozent, der kürzer laufende Bobl-Future notiert unverändert bei 124,45 Prozent.
Für den Tag stehen gleich ein paar wichtige Termine auf der Agenda. Am Vormittag wird zum einen der ifo-Geschäftsklimaindex erwartet. Ein besseres weltwirtschaftliches Umfeld und die dank der EZB nachlassende Unsicherheit im Zusammenhang mit der Euro-Staatsschuldenkrise dürften im Januar zu einem Anstieg des ifo-Geschäftsklima geführt haben. Die von Dow Jones Newswires befragten Volkswirte erwarten, dass der ifo-Index auf 107,6 von zuvor 107,2 Punkten gestiegen ist. Am Vormittag wird im Handel zudem darauf geschaut, wie die Aufstockung der Bundesanleihe mit einer Laufzeit von 30 Jahren verläuft. Sollten der ifo positiv überraschen und die Auktion gut verlaufen, erwartet ein Anleihehändler weiter nachgebende Kurse.
Am Abend wird nach Washington geschaut. Bei der Sitzung des Offenmarktausschusses der amerikanischen Notenbank wird deren neue Kommunikationspolitik im Mittelpunkt des Interesses stehen. Im Rahmen der Transparenzinitiative sollen gemeinsam mit den vierteljährlich anstehenden Prognosen für das reale Wirtschaftswachstum, die Arbeitslosenquote sowie die (Kern-)Teuerung auch die damit zusammenhängenden Erwartungen für den Leitzins im Schlussquartal des jeweiligen Jahres bekannt gegeben werden. Auf der Zinsseite besteht ein breiter Konsens unter den von Dow Jones Newswires befragten Volkswirten. Dass der Zinssatz auf dem historischen Tief von Null bis 0,25 Prozent bleiben wird.

Euro über 1,30 Dollar

Der Euro notiert am Mittwoch weiter über der Marke von 1,30 Dollar. Am Morgen kostete die Gemeinschaftswährung 1,3030 Dollar und damit in etwa so viel wie am späten Vorabend. Zur Wochenmitte stehen am Devisenmarkt zwei Ereignisse im Fokus: Am Vormittag wird das Münchner Ifo-Institut das Geschäftsklima für Januar bekanntgeben. Mit Spannung wird erwartet, ob sich das wichtige Konjunkturbarometer trotz Schuldenkrise zum dritten Mal in Folge verbessert. Am Abend folgt die amerikanischen Notenbank Fed mit ihrer Zinsentscheidung. Änderungen beim Leitzins oder zusätzliche Anleihekäufe werden zwar nicht erwartet. Allerdings wird die Fed erstmals Prognosen für die Entwicklung ihres Leitzinses veröffentlichen.

Aktienbörse in Tokio schließt fest

Das Rekordergebnis von Apple hat am Mittwoch an der Tokioter Börse für Kauflaune gesorgt. Im Vorfeld der mit Spannung erwarteten Ergebnisse der Sitzung des Offenmarktausschusses der amerikanischen Notenbank sei aber auch Zurückhaltung spürbar
gewesen, sagten Marktteilnehmer. Dazu habe auch die weiter schwelende Schuldenkrise mit den laufenden Verhandlungen über einen Schuldenschnitt Griechenlands beigetragen. Der Nikkei-225 gewann 1,1 Prozent auf 8.884 Punkte und erreichte im Verlauf erstmals seit dem 1. November 2011 wieder die 8.900er Marke. Der breitere Topix stieg um 1,3 Prozent auf 767 Zähler.
Gestützt worden sei der Markt vom etwas schwächeren Yen, hieß es. Dieser hatte in Reaktion auf das Bekanntwerden des ersten japanischen Handelsbilanzdefizits seit 1980 nachgegeben. Vom schwächeren Yen profitierten besonders exportsensitive Aktien wie beispielsweise Honda (+3,8 Prozent auf 2.773 Yen) und Toyota (+3 Prozent auf 2.877 Yen). Canon legten um 2,9 Prozent zu auf 3.510 Yen. Im Sog der guten Apple-Zahlen ging es für Toshiba um 1,8 Prozent nach oben auf 344 Yen.
Auch Papiere von Reedereien waren gesucht. So verteuerten sich Mitsui OSK um 7,6 Prozent auf 298 Yen und Kawasaki Kisen um 6,3 Prozent auf 151 Yen. Fast Retailing kamen nach ihrem Vortagesplus dagegen um 1,2 Prozent zurück auf 14.920 Yen. Defensive und mehr binnenmarktsensitive Aktien wurden eher verkauft. So verloren im Pharmasektor Eisai 1,3 Prozent auf 3.100 Yen und Astellas 0,6 Prozent auf 3.090 Yen.

Nachbörsliche Kurse und Meldungen aus Amerika

Gut behauptet präsentierten sich die Aktienkurse im nachbörslichen amerikanischen Handel am Freitag im Vergleich zum regulären Geschäft. Der Nasdaq After Hours Indicator stieg um 0,51 Punkte auf 2356,83 Zähler.
Apple verzeichneten einen Kursanstieg um 7,3 Prozent auf 451,20 Dollar, nachdem der Elektronikkonzern mit seinen Zahlen zum ersten Quartal alle Rekorde gebrochen hat. Der Umsatz im ersten Geschäftsquartal stieg um 73 Prozent auf 46,3 Milliarden Dollar, während sich das Nettoergebnis mit 13,1 Milliarden Dollar oder. 13,87 Dollar je Aktie im Vergleich zum Vorjahreszeitraum mehr als verdoppelte.
Analysten hatten mit einem Gewinn von 10,08 Dollar je Aktie und Umsätzen von 38,85 Milliarden Dollar gerechnet. Vor allem eine ungebremste Nachfrage nach dem iPhone sorgte für das Rekordergebnis. Auch der Apple-Ausblick auf das zweite Quartal übertraf die kursierenden Prognosen.
Yahoo gaben dagegen, ebenfalls nach Vorlage von Quartalszahlen, um 0,9 Prozent auf 15,55 Dollar nach. Das Internetportal verdiente im vierten Quartal 0,24 Dollar je Aktie bei einem Nettoumsatz von 1,17 Milliarden Dollar. Analysten hatten mit 0,24 oder. mit 1,2 Milliarden Dollar gerechnet. „Der Umsatz wächst nicht, trotz diverser Verbesserungen im Anzeigengeschäft und bei den Inhalten“, sagte Chief Financial Officer Tim Morse. Für das laufende Quartal rechnet Yahoo mit einem Umsatz von 1,025 bis 1,1 Milliarden Dollar, Analysten hatten bislang 1,08 Milliarden auf der Rechnung.
Abwärts ging es nachbörslich auch für AMD und zwar um 2,9 Prozent auf 6,34 Dollar. Der Halbleiterhersteller verfehlte mit seinem auf 1,69 Milliarden Dollar gestiegenen Umsatz die Markterwartung von 1,72 Milliarden. Der bereinigte Gewinn von 0,19 Dollar je Aktie übertraf dagegen die Durchschnittsprognose von 0,16 Dollar. Intel zeigten sich von den Zahlen des Wettbewerbers unbeeindruckt und wurden 0,5 Prozent höher gehandelt mit 27,02 Dollar.

Griechenland-Hängepartie belastet amerikanische Börsen

Die Hängepartei beim Kampf gegen die griechische Schuldenkrise hat die amerikanischen Aktienmärkte am Dienstag belastet. Die Sorge vor einem Scheitern der Gespräche in Athen über eine Beteiligung der privaten Gläubiger an einem zweiten Rettungspaket belastete unter anderem Bankentitel. „Wir stehen wieder vor der Frage, ob Griechenland auf eine geordnete, chaotische oder technische Staatspleite zusteuert“, sagte Peter Cardillo, Chefvolkswirt von Rockwell Global Capital. Zudem gingen Analysten davon aus, dass der Wall Street nach den jüngsten Kurszuwächsen zunächst die Puste ausgehen dürfte. Die jüngsten Quartalszahlen rissen kaum einen Händler vom Hocker.
Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss rund 0,3 Prozent schwächer bei 12.675 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500 fiel um 0,1 Prozent auf 1314 Zähler. Der Index der
Technologiebörse Nasdaq tendierte dagegen 0,1 Prozent fester bei 2786 Stellen.
Der New Yorker Aktienkurs der UBS verlor 1,7 Prozent an Wert. Der S&P-Index für den Bankensektor lag 0,2 Prozent im Minus. Investoren fürchten, dass die Finanzinstitute wegen der Forderungen der Euro-Staaten größere Zugeständnisse machen müssen als bislang gedacht. Zudem kündigte die Ratingagentur S&P an, Griechenland wohl einen teilweisen
Zahlungsausfall zu bescheinigen. Das Land werde dabei wahrscheinlich auf den Status „selective default“ herabgestuft. Einen Dominoeffekt für andere Länder der Euro-Zone fürchtet S&P aber nicht.
Unter den Einzelwerten stach unter anderem die Aktie von Texas Instruments mit einem Minus von rund zwei Prozent hervor. Der Chiphersteller verzeichnete einen Gewinneinbruch im Quartal. Im Dezember zog die Nachfrage entgegen den Erwartungen aber wieder an. Ebenfalls auf der Verkaufsliste stand der Linde-Rivale Air Products, der angesichts des weltweiten Wirtschaftsabschwungs ebenfalls weniger verdiente und auch im laufenden Quartal Gegenwind erwartet. Die Aktie des Industriegase-Herstellers verlor 2,6 Prozent. Die Aktien von McDonald’s konnten sich dem Börsentrend nicht entziehen und gaben 2,2 Prozent ab. Dabei waren Gewinn und Umsatz der Fastfood-Kette im vierten Quartal unerwartet deutlich gestiegen.
Zu den Gewinnern zählte dagegen der Chemiekonzern DuPont, der zwar einen Rückgang des Gewinns auswies, den Umsatz aber steigern konnte. Die Branche gilt als gutes Konjunktur-Barometer, da sie nahezu alle Industriezweige als Abnehmer hat. DuPont-Aktien legten 0,1 Prozent zu.

Amerikanische Anleihen abermals auf Talfahrt

Nach einem kurzen Ausflug ins positive Territorium haben die amerikanischen Anleihen am Dienstag die Talfahrt der vergangenen Tage fortgesetzt. Händler sprachen von Gewinnmitnahmen im Vorfeld des Ergebnisses der am Mittwoch endenden amerikanischen Notenbank-Sitzung. Der Europa-Optimismus, der in den vergangenen Tagen belastet hatte, habe unterdessen deutlich nachgelassen. Zehnjährige Anleihen mit einem Kupon von 2,000 Prozent sanken im späten New Yorker Handel um 1/32 auf 99-16/32 und rentierten mit 2,06 Prozent. Der mit 3,125 Prozent verzinste Longbond gab um 10/32 auf 99-18/32 nach, seine Rendite stieg damit auf 3,15 Prozent.
Am Berichtstag startete die zweitägige Offenmarktausschusssitzung der Federal Reserve. Zu dessen Abschluss am Mittwoch hält Notenbank-Gouverneur Ben Bernanke eine Pressekonferenz ab und die Zentralbanker veröffentlichen Projektionen zu Zinsen, Wachstum, Inflation und Arbeitslosenquote. Zwar habe die Notenbank im Vorfeld der Sitzung keine großen Erwartungen geschürt, „die Konjunktur- und Zinsprognosen sowie die Pressekonferenz von Bernanke bleiben aber trotzdem das größte Risiko für diese Woche“, sagte ein Analyst von CRT Capital Group.
Die Sicherheit, mit der der Markt eine Einigung bei den griechischen Schuldenverhandlungen eingepreist habe, mache zunehmend neuer Ungewissheit über den Fortgang der Gespräche Platz. Konjunkturdaten gab es aus den Vereinigten Staaten am Berichtstag nicht. Am Primärmarkt platzierte das amerikanische Schatzamt zweijährige Notes im geplanten Volumen von 35 Milliarden Dollar. Ein Anstieg des Bid-to-Covers auf 3,75 von 3,45 bei der vorangegangenen Auktion ähnlicher Papiere deutete nach Einschätzung von Händlern auf eine anhaltend hohe Nachfrage nach vermeintlich „sicheren Anlagehäfen“ hin. Im weiteren Wochenverlauf steht am Mittwoch eine Auktion fünfjähriger und am Donnerstag eine Auktion siebenjähriger Notes an.


Text: FAZ.NET, dpa-AFX, Reuters, dpa, AP, AFP, Bloomberg, Dow Jones
Bildmaterial: FAZ.NET-Jan Bazing

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