19. Mai 2013

Rückläufige Verkaufszahlen

Amerikas Häusermarkt steht stark unter Druck

Von Norbert Kuls, New York
24. Juni 2010 Der amerikanische Häusermarkt gerät nach einer Erholungsphase im vergangenen Jahr wieder zunehmend unter Druck. Nach dem Ende steuerlicher Anreize für Hauskäufer sind die Verkaufszahlen für Einfamilienhäuser im Mai überraschend stark zurückgegangen. Die Zahl verkaufter Neubauten war nach Angaben des amerikanischen Wirtschaftsministeriums im Mai gegenüber dem Vormonat um 32,7 Prozent gefallen - so stark wie seit 1963 nicht mehr, als die Regierung diese Daten erstmals veröffentlicht hatte.
„Wir müssten lügen, wenn wir das Ausmaß des Absturzes nicht als schockierend bezeichnen würden“, kommentierte Analyst Dan Greenhaus vom Wertpapierhaus Miller Tabak. Analysten hatten im Vorfeld einen Rückgang um nur rund 20 Prozent erwartet. Aufs Jahr hochgerechnet, wurden im Mai 300 000 neue Eigenheime verkauft - auch das ein Minusrekord. Für April hatte das Wirtschaftsministerium noch um 14,8 Prozent gestiegene Verkäufe gemeldet.
  Mehr zum Thema
Artikel
Tools

Auslöser der Finanz- und Wirtschaftskrise

Auch die Verkäufe bereits bestehender Häuser waren im Mai zurückgegangen. Trotz anhaltend niedriger Hypothekenzinsen, die einen Kauf erleichtern, wurden nach Angaben des amerikanischen Maklerverbandes NAR im Mai 2,2 Prozent weniger Häuser verkauft. Im April waren die Hausverkäufe gegenüber dem Vormonat noch um 8 Prozent gestiegen. Der Chefökonom des NAR, Lawrence Yun, bezeichnete die annualisierten Verkaufszahlen von 5,66 Millionen Einfamilienhäusern und Wohnungen aber immer noch als „erhöht“. Da die Daten abgeschlossene Transaktionen messen, die erst nach Unterzeichnung des für die Steueranreize entscheidenden Kaufvertrags vollzogen werden, dürften die staatlichen Hilfen noch rund einen Monat nachwirken. „Wir sind Zeugen anhaltender Auswirkungen der Steuergutschrift für Hauskäufer, die es auch noch im Juni bei den Abschlüssen für Immobilienkäufe geben wird“, sagt Yun. Die im April unterzeichneten Kaufverträge müssen allerdings bis Ende Juni abgeschlossen sein.
Erstkäufer erhielten bis Ende April eine Steuergutschrift von 8000 Dollar. Die Steuererleichterungen sollten zunächst nur bis November gelten, waren dann aber verlängert worden. Der scharfe Rückgang der amerikanischen Häuserpreise in den Jahren 2007 und 2008 war der Auslöser der schweren Finanz- und Wirtschaftskrise gewesen. Eine Erholung dieses Marktes gilt als Voraussetzung für eine nachhaltige Erholung der amerikanischen Konjunktur.
Die Aktienkurse von Hausbauunternehmen wie Toll Brothers oder Lennar, die in den ersten Monaten dieses Jahres deutlich gestiegen waren, haben seit April wieder nachgegeben. Im Häusermarkt versierte Profianleger wie der Hedge-Fonds Paulson & Co. oder die Beteiligungsgesellschaft Angelo Gordon & Co. schließen dennoch Wetten auf eine Erholung des Marktes ab. Paulson bietet für Baugrund in krisengeschüttelten Regionen wie Arizona und Nevada. Angelo Gordon kaufte kürzlich für 35 Millionen Dollar Bauland in den Vororten der Spielerstadt Las Vegas, deren Immobilienmarkt besonders stark unter Druck geraten war.

Abzeichen für abermalige Abschwächung

Nachlassende Verkäufe könnten die Häuserpreise aber weiter belasten. Nach Angaben des Wirtschaftsministeriums war der Median der Preise für ein neues Haus gegenüber dem Vorjahr um knapp 10 Prozent auf 200.900 Dollar zurückgegangen. Die Hälfte der Häuser war also teurer, die andere Hälfte billiger. Bei den bereits existierenden Häusern lag der Median der Preise im Mai allerdings um 2,7 Prozent über dem des Vorjahres. Daten, die die monatliche oder quartalsweise Entwicklung der Häuserpreise messen, hatten trotz der Steueranreize zuletzt aber einen nachlassenden Trend signalisiert. So waren im ersten Quartal die durchschnittlichen Preise für Einfamilienhäuser nach Angaben des Informationsdienstes Standard & Poor's zum zweiten Mal in Folge zurückgegangen.
Der S&P/Case-Shiller-Index für Häuserpreise war gegenüber dem vierten Quartal 2009 um 3,2 Prozent gefallen. Gegenüber dem ersten Viertel des Vorjahres, das noch unter dem Eindruck der Finanzkrise gestanden hatte, hatten die Häuserpreise zwar insgesamt um 2 Prozent zugelegt. David Blitzer, der Vorsitzende des Indexausschusses bei Standard & Poor's, hatte die jüngsten Daten dennoch als Anzeichen für eine abermalige Abschwächung des Häusermarktes gewertet. Andere Fachleute befürchten nun auch negative Auswirkungen auf die amerikanische Konjunktur.


Text: F.A.Z.
Bildmaterial: AFP

Quicklinks
Spezialsuche:
Dax
F.A.Z.
Tec
Dow
Nas
17.05.2013 17:45 Uhr
Dax 8.398,00
+0,34 %
Dax
Tec
Dow
Nas
17.05.2013 17:35 Uhr
Tops & Flops Kurs in %
Lanxess 57,21 € +6,64%
COMMERZBANK AG 7,81 € +4,09%
Daimler 49,00 € +3,85%
Volkswagen Vz 168,40 € +3,73%
Continental 100,30 € +3,04%
Lufthansa 15,51 € −1,43%
Beiersdorf 70,54 € −1,51%
HeidelbergCement 59,57 € −1,60%
FMC 51,80 € −2,21%
Dt. Telekom 9,21 € −8,30%
17.05.2013 23:59 Uhr
Name Kurs in %
DAX 8.398,00 +0,34%
FAZ-INDEX 1.758,97 −0,08%
TecDAX 967,46 −0,30%
MDAX 14.070,60 +0,14%
SDAX 5.976,29 +0,24%
REX 445,88 +0,32%
Eurostoxx 50 2.817,99 +0,40%
F.A.Z. EURO 93,04 € +0,37%
Dow Jones 15.354,40 +0,80%
Nasdaq 100 3.028,96 +0,99%
S&P500 1.666,12 +0,95%
Nikkei225 15.138,10 +0,67%
EUR/USD 1,2839 −0,35%
Rohöl Brent Crude 104,72 $ +0,85%
Gold 1.376,75 $ −0,02%
Bund Future 145,14 € −0,04%
Highlights
EUR/USD
EUR/GBP
EUR/JPY
EUR/CHF
17.05.2013 23:59 Uhr
 
        Vortag
1,2839
−0,35 %
17.05.2013 Uhr
Name Kurs in %
Gold 1.376,75 $ −0,02%
Silber 22,52 $ +1,17%
Platin 1.472,00 $ +0,14%
Palladium 736,00 $ +2,22%
Rohöl Brent Crude 104,72 $ +0,85%
Gas 0,65 £ −0,17%
Kaffee 1,38 $ +0,25%
Zucker 0,17 $ +0,65%
Orangensaft 1,43 $ −3,06%
AMEX GOLD BUGS 601,37 --%
AMEX OIL 1.151,96 --%
Rogers International 24,14 +0,50%
Deutschland
Europa
17.05.2013 17:59 Uhr
Name Kurs in %
FAZ-INDEX 1.758,97 −0,08%
F.A.Z. BANKEN EUR 622,48 € +2,93%
F.A.Z. VERSICHERU... 21.467,40 € +0,03%
F.A.Z. IT + ELEKT... 4.141,12 € −0,21%
F.A.Z. BAU + IMMO... 3.451,83 € −0,65%
F.A.Z. CHEMIE + P... 2.548,90 € −0,42%
F.A.Z. VERS. + TE... 845,22 € −3,46%
F.A.Z. AUTO + ZUL... 3.403,09 € +2,58%
F.A.Z. MASCHINENB... 573,92 € +0,02%
F.A.Z. GRUNDSTOFF... 951,84 € −1,41%
F.A.Z. HANDEL + V... 1.262,94 € −0,07%
F.A.Z. KONSUMG. +... 1.296,48 € −1,03%
F.A.Z. ERNEUERB. ... 251,91 € −1,85%
3 Monate
1 Jahr
5 Jahre
17.05.2013 11:44 Uhr
 
        Vortag
REXP 438,89
+1,59 %

Sie haben Fragen zu FAZfinance.NET?

Frankfurter Allgemeine Zeitung GmbH 2001-2013

Quellen: TeleTrader Software AG, FWW GmbH, Morningstar Deutschland GmbH und weitere. Alle Börsendaten werden mit mindestens 15 Minuten Verzögerung dargestellt. Realtime-Index-Daten in Zusammenarbeit mit der Boerse Stuttgart - Powered by Structured Solutions

 
© 2013 Morningstar, Inc. Alle Rechte vorbehalten. Die hierin enthaltenen Informationen: (1) sind für Morningstar und/oder ihre Inhalte-Anbieter urheberrechtlich geschützt; (2) dürfen nicht vervielfältigt oder verbreitet werden; und (3) deren Richtigkeit, Vollständigkeit oder Aktualität wird nicht garantiert. Weder Morningstar noch deren Inhalte-Anbieter sind verantwortlich für etwaige Schäden oder Verluste, die aus der Verwendung dieser Informationen entstehen. Die Wertentwicklungen in der Vergangenheit ist keine Garantie für zukünftige Ergebnisse.