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Dividendenrenditen
Aktienmärkte rechnen mit weniger Dividende
Von Daniel Mohr
19. November 2012 Die Dividendenerwartungen auf europäischer Ebene haben in den vergangenen Monaten erhebliche Dämpfer erlitten. Gemessen am Future-Kontrakt für die im Jahr 2013 erwarteten Dividendenzahlungen im Euro Stoxx 50 ist ein Rückgang auf rund 101 Punkte zu verzeichnen. Im Jahr 2012 wurden Dividenden im Gegenwert von gut 115 Indexpunkten gezahlt. Die Akteure auf den Finanzmärkten implizieren damit einen Dividendenrückgang um 12 Prozent.
Der entscheidende Rückschlag ereilte die Märkte im Juli, als mit Telefónica der bislang größte Dividendenzahler seine Ausschüttung für das nächste Jahr komplett gestrichen hat. Zuvor hatte Telefónica Dividendenrenditen von rund 10 Prozent geliefert. Die schwache wirtschaftliche Entwicklung vor allem in Italien und Spanien, aber auch in Frankreich, hat die Skepsis unter den Investoren genährt, ob nicht weitere Dividendenkürzungen anstehen könnten.
Je ferner der Termin, desto größer die Unsicherheiten
Viele Analysten teilen diese Einschätzung jedoch nicht. Sie gehen durchschnittlich von 107 Indexpunkten an Dividendenzahlung für den Euro Stoxx 50 aus, während der Dividenden-Future derzeit die genannten 101 Punkte impliziert. Anleger, die der Meinung der Analysten folgen oder noch optimistischer sind, können entsprechende Zertifikate kaufen. So kostet das Zertifikat von Goldman Sachs mit der Wertpapierkennnummer (WKN GS1ZZ3) auf den „Euro Stoxx 50 12/2013 Dividenden Future“ derzeit 101 Euro. Die Rückzahlung im Dezember 2013 erfolgt je nach Höhe der tatsächlich im nächsten Jahr gezahlten Dividenden, zum Beispiel 107 Euro, wenn die Analysten recht behalten, oder 115 Euro, wenn wieder die Vorjahresausschüttungen erreicht würden oder aber weniger als 101 Euro, wenn es zu weiteren kräftigen Dividendenkürzungen einiger Unternehmen käme.
Noch eklatanter sind die Diskrepanzen zwischen Markterwartungen und Analystenschätzungen für die Dividenden im Jahr 2014. Der entsprechende Future notiert auf knapp 95 Punkten, impliziert also einen Rückgang gegenüber den 2012 gezahlten Dividenden um 18 Prozent. Die Analysten rechnen hingegen durchschnittlich mit Zahlungen von 121 Indexpunkten und damit sogar etwas mehr als 2012. Das entsprechende Zertifikat mit der WKN GS1ZZ4 kostete am Montag 95 Euro. Es wird im Dezember 2014 entsprechend der Dividendenzahlungen im Jahr 2014 zurückgezahlt, zum Beispiel zu 121 Euro, falls die Analysten recht behalten.
Auch für die Jahre 2015 und folgende existieren schon Dividendenfutures und auch Analystenschätzungen. Je ferner der Dividendentermin liegt, desto größer sind jedoch die Unsicherheiten ob der Höhe der Gewinnausschüttungen und entsprechend größer auch die Kursschwankungen des Futures, zumal weit in die Zukunft reichende Futures auch weniger rege gehandelt werden. Die im Future für das Jahr 2014 abgebildete Skepsis der Märkte ob der künftigen Dividendenzahlungen würde mit 94 Punkten die niedrigsten Dividendenzahlungen seit dem Jahr 2005 bedeuten. Selbst für das Rezessionsjahr 2009 wurden 113 Indexpunkte an Dividenden ausgeschüttet. Im Rekordjahr 2008 waren es für das Geschäftsjahr 2007 sogar 159 Punkte (siehe Grafik).
Auch im Dax Dividendenrendite auf sehr hohem Niveau
Dividendenfutures existieren auch auf Indizes wie den amerikanischen S&P 500 und den japanischen Nikkei 225, nicht aber auf den Dax. Sie haben sich als beliebtes Vehikel entwickelt, um an Dividendenzahlungen teilzuhaben, ohne das Kursrisiko einer Aktie eingehen zu müssen. Während die Kursentwicklung in den Jahren 2000 bis 2002, sowie 2008 und 2011 mitunter sehr negativ war, haben sich die Dividendenzahlungen bis auf den Rückschlag im Jahr 2009 relativ kontinuierlich aufwärts entwickelt. Mit Dividendenrenditen von zuletzt mehr als 4 Prozent im Euro Stoxx 50 sind Dividenden damit zu einem bedeutenden Teil der Rendite aus der Aktienanlage gewachsen.
Auch im Dax liegt die aktuelle Dividendenrendite mit 3,8 Prozent auf einem sehr hohen Niveau. Anders als für die europäischen Aktienmärkte rechnen die Analysten im Jahr 2013 jedoch mit höheren Gewinnausschüttungen als in diesem Jahr. Sie gehen bei 19 der 30 Unternehmen von Dividendenerhöhungen aus. Nur bei Thyssen-Krupp, SAP und Deutscher Börse wird mit Rückgängen gerechnet, wobei SAP und Deutsche Börse in diesem Jahr Sonderausschüttungen vorgenommen hatten. Die Commerzbank wird als wohl einziger Dax-Wert abermals keine Dividende zahlen, die Deutsche Telekom kommt mit 8,6 Prozent auf die höchste Dividendenrendite. Bei der Telekom, aber auch bei den Energieversorgern RWE und Eon rechnen einige Analysten jedoch mit Dividendenkürzungen in der Zukunft.
Text: F.A.Z.
Bildmaterial: dapd, F.A.Z.
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| HeidelbergCement | 59,57 € | −1,60% |
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20.05.2013 07:51 Uhr
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17.05.2013 17:59 Uhr
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