17. Mai 2012

Aurubis

Aktie gewinnt trotz gutem Geschäftsergebnis nur leicht

Von Anne-Christin Sievers
19. Januar 2012 Obwohl Aurubis am Donnerstag einen Gewinnsprung für das abgelaufene Geschäftsjahr 2010/2011 (bis September) gemeldet hatte, stieg der Aktienkurs des größten europäischen Kupferkonzerns bis zum Mittag nur um 0,6 Prozent auf 41,5 Euro. Er war damit schwächer als der Markt. Der im M-Dax gelistete Konzern mit 5000 Mitarbeitern stellt aus Kupfererz und Kupferschrott reines Kupfer her und verarbeitet es weiter zu Produkten für die Auto-, Elektro- und Bauindustrie. Der neue Vorstand von Aurubis, Peter Willbrandt, muss sich im kommenden Jahr auf schwierige Zeiten und eine unsichere Konjunkturlage einstellen. Am 1. Januar hat er die Geschäfte von seinem Vorgänger Bernd Douven übernommen.
Der um Bewertungseffekte bereinigte Vorsteuergewinn nahm um mehr als 80 Prozent auf 292 Millionen Euro zu. Damit übertraf der ehemalige Chef Douven das in Aussicht gestellte Ergebnis von mehr als 260 Millionen Euro. Im Vorjahr lag der Gewinn nur bei 159 Millionen Euro. Der Umsatz nahm um mehr als ein Drittel auf 13,3 Milliarden Euro zu. Analysten hatten sich auf eine schwächere Entwicklung eingestellt. Im Durchschnitt hatten sie nur ein operatives Vorsteuerergebnis von 290 Millionen Euro und einen Umsatz von 12,973 Milliarden Euro erwartet.
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Die Dividende will das Unternehmen aus Hamburg um 20 Prozent auf 1,20 Euro je Anteilsschein erhöhen. Analysten zeigten sich von dieser Nachricht enttäuscht. Sie hatten mit einer Ausweitung auf 1,41 Euro gerechnet.

Aurubis profitierte von gestiegenem Kupferpreis

Grund für die guten Umsatz- und Gewinnzahlen sind eine hohe Nachfrage nach Kupferprodukten, hohe Schmelzlöhne und gestiegene Verkaufspreise für Kupfer. Im Jahresvergleich erhöhte sich der Kupferpreis durchschnittlich um 29 Prozent auf 9096 Dollar je Tonne. Für das laufende Geschäftsjahr gab der neue Vorstandsvorsitzende jedoch keine konkrete Prognose ab. Das gute Ergebnis von 2010/2011 werde man aber wohl nicht noch einmal erreichen können: „Wir erwarten Unsicherheiten in der weiteren Nachfrageentwicklung in unserem Kupferabsatz“, teilte Willbrandt im Geschäftsbericht mit. Der Absatz entwickle sich wegen der konjunkturellen Unsicherheiten verhaltener. Schon im Schlussquartal hielten sich Käufer wegen der Euro-Krise zurück, die Metallpreise sanken. Trotz konjunktureller Unsicherheiten spreche nach Meinung von Willbrandt vieles für einen anhaltend hohen Verkaufspreis, der aber im kommenden Jahr schwankend sein werde.
Für das laufende Jahr erwartet die einstige Norddeutsche Affinerie eine Konjunkturabkühlung. Schwer zu kalkulierende Risiken liegen für das Unternehmen in der Frage, wie sich der Energiemarkt und das Wirtschaftswachstum entwickeln werden. Aus Schwellenländern wie China ist weiterhin ein hoher Bedarf zu erwarten. Mit der Übernahme von Teilen der britischen Luvata-Gruppe will der Konzern, an dem der Stahlkonzern Salzgitter mit über 25 Prozent beteiligt ist, auch außerhalb Europas aktiver werden und so schlechtere Ergebnisse hierzulande ausgleichen.

Analysten skeptisch

Von 15 Analysten rieten acht zum Kauf des Titels und fünf dazu, die Aktie zu halten. Zwei Analysten empfahlen den Anlegern, Aurubis zu verkaufen. So beließ die Commerzbank den Titel auf „Hold“ bei einem Kurziel von 37 Euro. Analyst Ingo-Martin Schachtel von der Commerzbank schätzte es für den Kupferproduzenten als schwierig ein, das starke Ergebnis für 2011 im laufenden Geschäftsjahr zu wiederholen. Das Bankhaus Lampe hatte die Aurubis-Aktie schon Anfang Januar von „Kaufen“ auf „Halten“ zurückgestuft. Es senkte zudem das Kursziel von 50 auf 44 Euro. Wegen gedämpfter Erwartungen in der Elektroindustrie habe die Bank die Prognose zum Gewinn zurückgenommen.
Analyst Dirk Schlamp von der DZ Bank riet zuletzt zum Kauf der Aktie, allerdings kündigte die Bank an, ihre Einschätzung wegen des „gemischten Bilds“ und den zu erwartenden Schwierigkeiten im kommenden Jahr gegebenenfalls zu verändern. Den Ausblick für die Aktie sehen Börsianer als „sehr vorsichtig“. Insgesamt sprechen die Analysten der Aktie damit nicht viel Potential zu. Schaut man sich den aktuellen Kursverlauf an, so lässt sich im Bereich von 42 bis 43 Euro eine Widerstandszone erkennen. Es dürfte für die Notierung also bei den unsicheren Aussichten für das kommende Jahr schwierig werden, diese Zone zu übersteigen.


Text: F.A.Z.
Bildmaterial: dpa

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