23. Mai 2013

Berlin, London und Paris wollen Steuerschlupflöcher schließen

Von Ainsley Thomson

MOSKAU--Deutschland, Frankreich und Großbritannien sagen Steuerschlupflöchern den Kampf an. In einer gemeinsamen Initiative wollen die drei Länder auf eine

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Erneuerung der seit fast hundert Jahren bestehenden Gesetze drängen, mit deren Hilfe internationale Großkonzerne ihre Gewinne in Niedrigsteuer-Länder verschieben können, um so ihre Steuerlast möglichst gering zu halten.

Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung hatte in einem am Dienstag erschienen Bericht eine Überarbeitung der Steuergesetze auf internationaler Ebene gefordert. Diese hätten nämlich mit der Entwicklung der weltweiten Geschäftsbeziehungen nicht Schritt gehalten.

Nach den Worten des britischen Schatzkanzlers George Osborne soll eine grundlegende Reform der Gesetze angestrebt werden, die es Unternehmen gestatten, die Gewinne zwischen verschiedenen Ländern hin und her zu schieben. Das geht aus Textauszügen einer Rede hervor, die Osborne im Laufe des Tages beim Treffen der Finanzminister und Zentralbankchefs aus den 20 wichtigsten Industrie- und Schwellenländern (G-20) in Moskau halten wird. Laut Osborne gibt es einen hohen Bedarf an internationalen Standards, um sicherstellen, dass global agierende Unternehmen die Steuern zahlen, die sie dem jeweilen Staat schulden.

"Das ist der Grund, warum Großbritannien mit Deutschland und Frankreich die OECD gebeten hat, die internationalen Steuergesetze unter die Lupe zu nehmen", heißt es in dem Redetext. Der Bericht der OECD zeige, dass es eine internationale Angelegenheit ist, die internationale Initiativen erfordere. "Er zeigt auch, dass sich die Weltwirtschaft im Laufe des letzten Jahrzehnts massiv gewandelt hat, die globalen Steuergesetze jedoch für fast ein Jahrhundert unverändert geblieben sind."

In Großbritannien und anderen Ländern sind die Steuerpraktiken einer Reihe weltweit agierender Firmen wie Starbucks, Amazon und Google ins Licht der Öffentlichkeit gerückt und haben massive Kritik ausgelöst. Ein entsprechender Plan, die Steuerschlupflöcher zu schließen, soll nun erarbeitet und den G-20-Staaten im Juli vorgestellt werden.

Kontakt zum Autor: konjunktur.de@dowjones.com

DJG/DJN/mgo

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